Kartellwächter: E-Plus-Übernahme hätte erhebliche Folgen

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Das Bundeskartellamt hat offenbar große Bedenken gegen eine Übernahme von E-Plus durch Telefónica (O2). Die Behörde geht von erheblichen Folgen für den Wettbewerb aus. Sollte ein Zusammenschluss tatsächlich beantragt werden, wollen die Bonner auf jeden Fall selbst prüfen.

Beim geplanten Kauf von E-Plus steht der Telefónica Deutschland offenbar ein zähes Ringen mit dem Bundeskartellamt bevor. Denn die Bonner Behörde hat offenbar große Bedenken was eine Übernahme des Mobilfunkanbieters angeht. Die Kartellwächter rechnen bei diesem Zusammenschluss mit „erheblichen Folgen für den Wettbewerb“, wie Kartellamts-Präsident Andreas Mundt gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ erklärte. Der Deal müsse daher in all seinen Facetten genau geprüft werden.

Sollte O2 den Konkurrenten tatsächlich schlucken, würde es in Deutschland künftig nur noch drei statt den bisher vier Mobilfunkanbietern geben. Ein Umstand, den die Kartellwächter offenbar äußerst kritisch betrachten. Ein entsprechender Antrag von Seiten Telefónicas wurde bisher offenbar noch nicht gestellt. Sollte es aber soweit kommen und der Konzern tatsächlich eine Übernahme von E-Plus anmelden, „gehört der Fall aus unserer Sicht eindeutig nach Bonn“, fuhr Mundt fort. Da sich die Fusion praktisch nur auf den deutschen Markt auswirken würde, will die Behörde die kartellrechtliche Prüfung selbst übernehmen.
 
Bis Mitte 2014 soll die Übernahme von E-Plus laut Plan abgeschlossen sein. Nach Angaben des niederländischen E-Plus-Mutterkonzerns KPN zahlt Telefónica für die Übernahme 5 Milliarden Euro in bar. Zudem erhalten die Niederländer eine Beteiligung von 17,6 Prozent an Telefónica Deutschland in Aktien. Das Gesamtvolumen des Kaufs beträgt 8,1 Milliarden Euro. Mit dem Verkauf von E-Plus würde sich KPN damit aus dem deutschen Markt zurückziehen.
 
Es ist zu erwarten, dass sich der Wettbewerb auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt in den nächsten Jahren deutlich verschärfen wird, wenn künftig tatsächlich nur noch drei Anbieter auf selbigem agieren. O2 würde nach der Übernahme von E-Plus auf Augenhöhe mit der Deutschen Telekom stehen. Der aktuell zweitgrößte Anbieter Vodafone will seine Position mit der angestrebten Übernahme von Kabel Deutschland zudem ebenfalls deutlich ausbauen. Hinsichtlich dieser Fusion haben die Kartellwächter keine größeren Bedenken.
 
Homepage von O2[fm]

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11 Kommentare im Forum

  1. AW: Kartellwächter: E-Plus-Übernahme hätte erhebliche Folgen In Österreich ist gerade die Marke "Orange" durch den Aufkauf durch "3" verschwunden. Geschlossene Orange-Shops lassen vermuten, wo die überflüssigen Mitarbeiter nun gelandet sind... So wird es in Deutschland wohl auch vielen Mitarbeitern ergehen, wenn die Fusion zu stande kommt
  2. AW: Kartellwächter: E-Plus-Übernahme hätte erhebliche Folgen Und? Bei E-Plus ist schon seit Jahren Stillstand. Deswegen hatte ich meinen Vertrag auch auslaufen lassen. Viel ist doch nun echt nicht mehr in dem Netz passiert. Dann gibt es halt nur noch 3 Netze. Davon geht die Welt auch nicht unter
  3. AW: Kartellwächter: E-Plus-Übernahme hätte erhebliche Folgen Nun, ich will mal so meinen, diverse Konkurrenz-Produkte gingen oftmals im E-Plus Netz los. Simyo, blau, Alditalk usw. Selbst bei reiner Nutzung des Netzes (nur die Funkmasten), war E-Plus Vorreiter und ernöglichte dadurch anderen Anbietern als MVNO aufzutreten. Ok., bei Vodafone mittlerweile auch. Im Laufe der Jahre hatte allerdings auch E-plus sein Netz verbessert, wenn auch nicht so wie die der Mitbewerber. Da KPN als Mutter ziemlich klamm zu sein scheint, konnte man ja auch bei der letzten Frequenz-Versteigerung nicht mithalten, die 800er Frequenzen betreffend. Zu Ende des Jahres soll ja nun auch ein LTE-Start erfolgen. Und dieser Tage starte man jenes. Wenn es E-plus nicht mehr geben sollte, werden die verbleibenden Netzbetreiber sich sicher arangieren in Angebot und Preis. Was das speziell für den dann neuen Netzbetreiber (Telefonica und E-Plus zusammen) bringt, bleibt abzuwarten. Hier droht sicher mögliche Frequenzrückgabe im GSM Bereich um die 900 Mhz. Und 2015 sollen jene ja auch neu vergeben/ausgeschrieben werden.
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