Kinox.to – Gericht sieht Vodafone in der Pflicht

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Muss der Internet-Provider Vodafone ein komplettes Webangebot sperren, weil dort Filme illegal zum Streamen angeboten werden?

Das Oberlandesgericht München (OLG) sieht den Internetkonzern in der Pflicht. Die Richter sahen in einer ersten Einschätzung am Donnerstag wenig Erfolg für die Berufung gegen eine entsprechende einstweilige Verfügung. Der Constantin-Filmverleih hatte die Sperrung beantragt, die vom Landgericht München für zulässig erklärt worden war. Die endgültige Entscheidung will das OLG am Donnerstagnachmittag verkünden.

Im Streit zwischen Constantin und Vodafone geht es um die sogenannte Störerhaftung. Der Film „Fack Ju Göhte 3“ wird auf der Internetseite kinox.to illegal zum Streamen angeboten. Auf der Webseite können Nutzer Filme und Serien kostenlos anschauen. Fast alle Angebote dort sind nach Einschätzung des OLG illegal. Die Rechtsverletztungen hielten bis heute an, sagte der Richter.
 
Um die einstweilige Verfügung umzusetzen, hat Vodafone eine sogenannte DNS-Umleitung eingerichtet. Die führt dazu, dass Kunden auf die Sperrseite des Unternehmens umgeleitet werden, wenn sie kinox.to in die Adresszeile ihres Browsers eingeben. Eine derartige Netzsperre ist allerdings vergleichsweise leicht zu umgehen.
 
Die Firma Constantin hatte zuvor als Inhaber der Filmrechte vergeblich versucht, die Betreiber der populären Webseite zu kontaktieren. Vodafone ermögliche den Zugang zu der Webseite und sei so als Störer für die Urheberrechtsverstöße haftbar zu machen, argumentierte Constantin-Film. Der Filmverleih fordert deswegen, dass Vodafone den Zugang zu kinox.to sperren soll. Das sei verhältnismäßig, weil die Anbieter der Webseite nicht zur Verantwortung gezogen werden könnten, so das OLG.

[dpa]

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18 Kommentare im Forum

  1. So richtig verstehe ich das alles nicht mehr. Galt bisher nicht das "Providerprivileg" für Urheberrechtsverstöße der Nutzer? Wonach die Anbieter dafür nicht belangt werden können, bei neutralen Verhalten. Und wieso ändert sich das jetzt, was ist an dem Fall sooo besonders? Ich meine jetzt geht vielleicht der ganze Zirkus um die Störerhaftung wieder von vorne los, speziell WLAN Netze betreffend,, welche von Cafes, Restaurants, bzw, Privatleuten betrieben werden. Und sicher auch die größerer Anbieter.
  2. Der Provider ist nicht haftbar für den Inhalt, es geht darum dass er einer Sperraufforderung nachkommen soll, wenn diese Anfrage gestellt wird. Er soll nicht selber aktiv Inhalte untersuchen und sperren.
  3. Ok, danke [USER=25099]@emtewe[/USER]. Nun ja, ja was heute kinox ist, kann morgen das oder jenes sein. Wer entscheidet denn schlussendlich, was gesperrt wird/werden darf? Ich gehe mal davon aus, jenes erfolgt nach Klage eines Rechteinhaber, wie hier und dann soll gesperrt werden. Nur, hat man einmal dieses Instrument erfolgreich durchgezogen, ist es letztendlich egal um was es in der Sache geht. Wir sind doch m.W. noch nicht in China. Aufwand für die Betreiber stellt es allemal dar. Und den bezahlen dessen Kunden. Egal wie die Sperre technisch vollzogen wird.
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