Kredite von privat zu privat: So funktioniert der P2P-Kreditmarkt

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Bild: © M. Schuppich - Fotolia.com
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Die Peer-to-Peer-Kreditvergabe (P2P) ermöglicht es Privatpersonen, Kredite direkt von anderen Privatpersonen zu erhalten, ohne dass ein Finanzinstitut als Vermittler dazwischengeschaltet ist. Websites, die die P2P-Kreditvergabe erleichtern, haben ihre Akzeptanz als alternative Finanzierungsmethode stark erhöht.

P2P-Kredite werden auch als soziale Kredite oder Crowdlending bezeichnet. Es gibt sie erst seit 2005, aber zu den zahlreichen Konkurrenten gehören bereits Mintos, EstateGuru und Co. Nicht nur in Estland sind diese Arten der Kredite sehr beliebt, Europa im Allgemeinen ist sehr aktiv was dies betrifft.

Wie funktionieren P2P Kredite?

P2P-Kredit-Websites verbinden Kreditnehmer direkt mit Investoren. Jede Website legt die Zinssätze und Bedingungen fest und ermöglicht die Transaktion. Die meisten Websites bieten eine breite Palette von Zinssätzen an, die von der Kreditwürdigkeit des Antragstellers abhängen. Auch bei LoanScouter finden sich die interessantesten Kredite für Kunden, um stets das beste Angebot zu bekommen.

Zunächst eröffnet ein Investor ein Konto bei der Website und zahlt eine Geldsumme ein, die in Form von Krediten ausgezahlt wird. Der Kreditantragsteller stellt ein Finanzprofil ein, dem eine Risikokategorie zugewiesen wird, die den Zinssatz bestimmt, den der Antragsteller zahlen muss. Der Kreditantragsteller kann die Angebote prüfen und eines davon annehmen (manche Antragsteller unterteilen ihre Anträge in kleine Pakete und nehmen mehrere Angebote an). Der Geldtransfer und die monatlichen Zahlungen werden über die Plattform abgewickelt. Der Prozess kann vollständig automatisiert sein, oder Kreditgeber und Kreditnehmer können sich entscheiden, zu feilschen.

Was ist die Zukunft von P2P Krediten?

Auch aufgrund der Pandemie hat der Markt ein paar Dellen bekommen, trotzdem ist der Markt stetig gewachsen. Und dieser Trend wird sich in naher Zukunft wohl kaum ändern. Ein Blick auf die Fakten zeigt, dass der P2P-Markt im Jahr 2015 einen Wert von 909 Millionen Euro hatte. 2016 war der Markt auf satte 1,17 Milliarden Euro angewachsen. Und nicht nur das: Allein im Jahr 2016 wuchs der Markt für alternative Finanzierungen im Europa um 47 Prozent.

Heute hat der europäische Markt für alternative Finanzierungen einen Wert von 4,6 Milliarden Euro. Im letzten Jahr wuchs dieser Sektor um satte 36 Prozent. Diese Fakten zeigen, dass P2P-Kredite in den nächsten Jahren mit großer Wahrscheinlichkeit weiter an Popularität gewinnen werden.

Die P2P-Kreditvergabe wird also ein wichtiger Faktor sein. Die Entwicklung der P2P-Kreditvergabe, die auf der Technologie des neuen Zeitalters basiert, hat verschiedene Möglichkeiten für die Transparenz und Offenheit von Transaktionen eröffnet. Die Sicherheit der Transaktionen ist im Blockchain-System höher und dieser Mechanismus ermöglicht sauberere und effizientere Transaktionen. 

Ein weiterer Faktor sind die Zinsen, die die traditionellen Banken den Anlegern/Einlegern zahlen, die erstaunlich sind. Derzeit verlangen sie bis zu 20 Prozent vom Kreditnehmer und geben nur 4 bis 5 Prozent an die Anleger weiter. Der gesamte Restbetrag verbleibt bei den Banken in Form von Kosten und Gewinn. Somit ist die P2P-Kreditvergabe aufgrund des Wegfalls von Dritten zinsgünstig. Außerdem wird die Rolle des Vermittlers auf der P2P-Kreditplattform abgeschafft. In Anbetracht der oben genannten Faktoren hat der P2P-Kreditmarkt ein riesiges Potenzial, denn es wird prognostiziert, dass er bis zum Jahr 2027 auf über 550 Mrd. Euro anwachsen wird. Es scheint also, dass die Zukunft des Bankwesens nicht nur in der P2P-Kreditvergabe liegt, sondern in einer viel größeren Perspektive. Es wird spannend zu sehen, wie sich der Markt in den kommenden Jahren entwickeln wird. 

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  • Geld_Euro: © M. Schuppich - Fotolia.com

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