Kurios: Werbung für Zeichentrickfilm löste Terrorangst aus

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Boston – Angst vor einem Terroranschlag hat die Werbekampagne für einen Zeichentrickfilm in Boston in den USA ausgelöst.

Mehrere mysteriöse Tafeln mit blinkenden Lämpchen und heraushängenden Kabeln, die unter Autobahnbrücken und an anderen öffentlichen Orten platziert worden waren, hatten am Mittwoch (Ortszeit) die 600 000-Einwohner-Stadt für Stunden in Panik versetzt.

Verängstigte Bürger riefen die Polizei, da sie glaubten, die verdächtigen Gegenstände enthielten Sprengsätze. Zahlreiche Polizisten wurden zusätzlich zum Dienst gerufen. Straßen und Teile des Charles River wurden gesperrt, der U-Bahn-Verkehr wurde auf mehreren Strecken eingestellt. Antiterror-Einheiten eilten von einem Ort zum anderen. Erst nach stundenlangem Chaos gab es Entwarnung: Die Schalttafeln gehörten zu einer PR-Kampagne der Gesellschaft Turner Broadcasting System (TBS) für die Serie „Aqua Teen Hunger Force“. Dabei geht es um einen sprechenden Milch-Shake, einen Karton Pommes frites und ein Hackbällchen.
 
Insgesamt 38 dieser Leuchttafeln in der Form der Cartoon-Figuren waren unter anderem vor einem Krankenhaus, vor Ladenzeilen und an Autobahnauffahrten deponiert worden. Nachdem die erste am Morgen entdeckt und von einer Spezialeinheit vorsichtshalber gesprengt worden war, liefen in den Polizeinotrufzentralen die Drähte heiß.
 
Noch am Mittwoch entschuldigte sich die Produktionsfirma: „Wir bedauern wirklich zutiefst, dass es (unsere Kampagne) entsetzlich als öffentliche Gefahr missverstanden worden ist. Dabei wollten wir nichts anderes tun, als auf eine Fernsehshow aufmerksam zu machen“, sagte der Vorsitzende der Gesellschaft, Phil Kent.
 
Der Bürgermeister von Boston, Thomas Menino, war trotzdem nicht besänftigt. „Es ist empörend, dass ein Unternehmen in der heutigen Welt nach den Anschlägen vom 11. September eine solche Art von Werbung unternimmt“, hieß es in einer Erklärung. Er drohte Klage gegen TBS und andere Beteiligte an, um die Stadt für die entstandenen Kosten zu entschädigen. Dem „Boston Globe“ zufolge hat allein der Einsatz der Polizei mindestens 500 000 Dollar (rund 384 000 Euro) gekostet.
 
Zwei Männer, die die Tafeln im Auftrag von TBS deponiert haben sollen, wurden am Mittwochabend festgenommen und unter anderem wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses angeklagt. TBS war unterdessen damit beschäftigt, andere Städte zu alarmieren, in denen die Leuchttafeln seit zwei Wochen platziert sind – ohne das Terroralarm ausgelöst wurde. Dazu gehören New York und Los Angeles. [fp]

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