Medienkongress-Veranstalter: Wollten uns neu erfinden

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Nachdem sich der internationale Medienkongress von der IFA losgesagt hat, wird er ab kommendem Jahr mit der Web Week zusammen stattfinden. Die Entscheidung sei dabei keine gegen die IFA gewesen, doch man habe sich mit der Trennung neu erfinden wollen, wie der Veranstalter im Interview verriet.

Während der IFA ist die Medien- und UE-Branche in Berlin versammelt. Warum verlassen Sie die IFA-Medienwoche?
 
Elmar Giglinger: Die IFA ist die weltweit führende Consumer Electronic Messe. Besonders die neuen technischen Entwicklungen, die dort vorgestellt werden, waren auch immer wieder Gesprächsthemen bei uns. Wir haben hervorragend zusammen gearbeitet und uns im IFA Umfeld sehr wohl gefühlt. Es liegt aber in der Natur der Sache, dass ein Medienkongress, der aktuelle Entwicklungen aufgreifen oder gar voraussehen will, sich immer wieder neu erfinden muss. Es war auch keine Entscheidung GEGEN die IFA, sondern eine Entscheidung FÜR die Web Week. Wir sehen viele inhaltliche  Synergien mit den weiteren Veranstaltungen der Web Week. Schließlich kann man Medien heute nicht mehr ohne Web und Mobile  denken. Und für die vielen Besucher die national und international anreisen werden, sind die Veranstaltungen der Web Week sicher ein guter Grund noch den ein- oder anderen Tag in Berlin dranzuhängen.

Im Oktober finden alljährlich die Medientage München statt. Fand der Medienkongress zeitlich zu nah an den Medientagen statt?
 
Giglinger: Das hat in unseren Überlegungen keine Rolle gespielt.
 
 
Die Media Convention findet am 6. und 7. Mai statt, zur gleichen Zeit wie die Audiovisual Media Days in München und der Medientreffpunkt Mitteldeutschland in Leipzig. Sind das keine Konkurrenzveranstaltungen für Sie oder warum haben Sie sich diesen Termin ausgesucht?
 
Giglinger: Naja, wir haben uns für die Web Week und die zeitliche und räumliche Nähe zur re:publica entschieden und damit stand der Termin auch fest. Die Überschneidung mit dem Medientreffpunkt ist nicht ideal, aber wir haben mit den dortigen Veranstaltern schon gesprochen und werden ein partnerschaftliches Miteinander finden. Jeder von uns hat sein ganz eigenes und klares Profil, da kann sich Berlin und Leipzig durchaus auch ergänzen und bei einzelnen Themen auch kooperieren. Für 2015 werden wir die Termine frühzeitig abstimmen.
 
 
Welches Konzept streben Sie für die zweitägige Convention an? Um welche Inhalte soll es gehen? Wie sollen sie präsentiert werden?
 
Giglinger: Das Konzept ist einfach: Die besten Köpfe zusammen bringen und tolle Ergebnisse erzielen. (lacht) Genau heißt das: Die wichtigsten Akteure der audiovisuellen Medien und der digitalen Welt treffen sich an einem Ort und zu einer Zeit. Nationale und internationale Experten aus TV, Film, Print und Politik treffen auf Provider und Entscheider in den Bereichen Online, Mobile, Social Media, Technologie, Wissenschaft, Forschung  – und digitale Gesellschaft.

Der Kongress soll die zentrale und moderne Plattform der konvergenten nationalen und internationalen Medienbranche werden. Wir wollen Agendasetter für den medien- und netzpolitischen Diskurs, Treffpunkt der kreativen Avantgarde und Diskussionsforum für die Herausforderungen der digitalen Informationsgesellschaft sein. Die Themen sind Medien- und Netzpolitik, die vernetzte Medienwelt und künftige Mediennutzung, Smart & Social TV, Trends und Entwicklungen bei Inhalten, Plattformen und digitalen Geschäftsmodellen, Medieninnovationen, Medienmarkt & (medienrelevante) Start-up und Gründerszene und auch ganz wichtig die gesellschaftlichen Auswirkungen des Medienwandels.
 
 
Mit wie vielen Besuchern rechnen Sie? Stehen Ticketpreise schon fest?
 
Giglinger: Wir hatten dieses Jahr 2700 Fachbesucher auf dem Internationalen Medienkongress. Zusammen mit der re:publica, die 2013 etwa 5000 Besucher hatte, rechnen wir also entspannt mit einer Zahl von rund 7000 Besuchern in den drei Tagen in der Station Berlin. Damit entsteht  eines der größten Medientreffen Europas. Der Ticketverkauf ist am 22.11.2013 gestartet – mit Rekordzahlen. Wir haben in den ersten Tagen so viele Tickets verkauft wie noch nie. Wohl gemerkt – bis Mai sind es noch sechs Monate! Wer noch ein Early Bird Ticket will, sollte also sicherheitshalber nicht zu lange warten. Das Kontingent ist begrenzt.
 
 
Ist die Media Convention zunächst einmal ein Pilotprojekt, um zu schauen, ob inhaltliche Ausrichtung, Konzeption und Termin vom Publikum angenommen werden? Oder gibt es bereits Planungen für die folgenden Jahre?
 
Giglinger: Wir wollen uns nicht jedes Jahr neu erfinden. Wenn es so gut funktioniert wie wir es uns vorstellen, spricht nichts gegen eine längerfristige Planung.
 
Vielen Dank für das Gespräch.[Marc Hankmann]

Das Interview gibt die Meinung des Interviewpartners wieder. Diese muss nicht der Meinung des Verlages entsprechen. Für die Aussagen des Interviewpartners wird keine Haftung übernommen.

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

1 Kommentare im Forum

  1. AW: Medienkongress-Veranstalter: Wollten uns neu erfinden Es wollten sich schon viele neu erfinden, leider hat man nie wieder etwas von jenen gehört ...
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