Medientage München: Internet bringt TV-Manager in Zugzwang

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Die Medientage München sind eröffnet. Bereits zum Auftakt am Dienstag wagten die Teilnehmer einen Blick in die Zukunft des Fernsehens, sprachen aber auch Probleme an, die aktuell noch aus dem Weg geräumt werden müssen.

Wichtig sei vor allem, dass die deutschen Medienregulierungen an die jetzige Situation angepasst werde. Ulrich Wilhelm, Intendant des Bayerischen Rundfunks, bezeichnete die gleichzeitige Anwendung von äußerst unterschiedlichen nationalen und internationalen ordnungspolitischen Regeln als „eklatante Wertungswidersprüche“.
 

Für ZDF-Intendant Markus Schächter standen die Probleme Urheberrecht, Netzneutralität und de, diskriminierungsfreien Zugang zu Online-Plattformen im Vordergund. Sie seien weitere offene Felder der Medienregulierung. Beim Thema Hybrid-TV stelle sich zudem die Frage, warum auf den neuen internetfähigen Flachbildschirmen für klassische TV-Programme die Rundfunkregulierung gelte, während auf dem selben Monitor auch Online-Videos gezeigt werden könnten, für die keinerlei Regeln gelten. In Bezug auf Werberichtlinien oder den Jugendschutz für das Hybrid-TV sagte der Präsident der Bayrischen Landeszentrale für neue Medien, Siegfried Schneider, er gehe von einer Liberalisierung dieser Bereiche aus.

Positiv in die Zukunft blicken sowohl Herbert Kloiber, geschäftsführender Gesellschafter der Tele München Gruppe, als auch Brian Sullivan, Vorstandsvorsitzender von Sky Deutschland. Ihre TV-Medienunternehmen sehen sich für die Herausforderungen der Internetwelt gewappnet. Beim Thema Online-Videos waren sich alle TV-Branchenvertreter einig, dass aus dem World Wide Web keine große Gefahr droht. Der klassische TV-Konsum gehe nicht zurück. Vielmehr biete das Internet neue Vermarktungsformen.

Für das Internetgeschäft fürchtet Andreas Bartl, der den Bereich Fernsehen im Vorstand der ProSiebenSat.1 Media AG leitet, aber eine starke Konkurrenz durch Google TV. Das Unternehmen wolle die Zugänge zu den TV-Kanälen kontrollieren. Stefan Tweraser, der bei Google das Deutschland-Geschäft verantwortet, versicherte jedoch, dass Google TV als Betriebssystem für Set-Top-Boxen nur eine Plattform und kein eigenständiges Medium sei. [su]

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