Medientreff: Videotext kein „Internet für Arme“

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Leipzig – Auch im Internetzeitalter bleibt der Videotext nach Expertenmeinung wichtig. So sind die Experten der Meinung, dass das Internet den Videotext keinesfalls obsolet werden lässt.

„Der Videotext ist kostenlos, einfach in der Handhabung, klar strukturiert und unschlagbar schnell“, so Georg Maas, Hauptabteilungsleiter Kommunikation und Neue Medien beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR).

Wer einmal den Teletext genutzt habe, komme gerne darauf zurück und schätzte die kurze und knappe Information, führte Maas seine Argumentation beim Medientreffpunkt Mitteldeutschland fort. Die Nutzerraten hätten sich in den letzten Jahren um jeweils 24 Prozent gesteigert – und die Reaktion des Publikums sei höher als beim Internetauftritt der Dreiländer-Anstalt.
 
„Videotext und Online separieren sich immer mehr“, meinte Riadh Schweitzer, Redaktionsleiter Teletext bei RTL. Während der Videotext zu Zeiten des Internethypes an die Seite gedrängt worden sei, sicherten heute hohe Zugriffszahlen das Überleben des scheinbar spröden, textbasierten Hintergrundmediums. Das ZDF biete für ihn eines der besten Videotext-Angebote Deutschlands. „Bei der lokalen Tiefe der Wetterinformationen können wir als Private nicht mithalten“, sagte er.
 
Matthias Ehlert, Chefredakteur der Netzeitung, sieht im Videotext eine gewichtige Informationsfunktion. „Über den Videotext werden Menschen erreicht, die keine Tageszeitung lesen und auch im Hörfunk bei Nachrichten eher abschalten. Über den Videotext ist ihre Teilhabe an der gesellschaftlichen Wirklichkeit gesichert“, sagte er. Die Netzeitung produziert seit drei Jahren den Videotext für Pro Sieben und Sat.1. „Videotext ist kein Internet für Arme, sondern ein nützliches Medium. Im Gegenteil: Weniger ist mehr.“[lf]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

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