Mehr Programmbeschwerden wegen Verstößen gegen Jugendschutz

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Jugendschutz: Auf einem Bürgerportal der deutschen Medienregulierer sind im vergangenen Jahr deutlich mehr Beschwerden zu Medieninhalten eingegangen als noch 2019.

2.613 Meldungen wurden 2020 bearbeitet, im Vorjahr waren es noch 2.058, wie die Landesmedienanstalten am Mittwoch mitteilten. Das Portal programmbeschwerde.de gibt es seit 2004. Dort können Bürger mögliche Verstöße zum Beispiel gegen Jugendschutz oder Werbe- und Gewinnspielrichtlinien melden. Beschwerden sind zu privatem und öffentlich-rechtlichem Rundfunk sowie Online-Angeboten zum Beispiel bei Youtube möglich.

Besonders häufig gab es Beschwerden rund um den Jugendschutz. Es ging dabei den Angaben zufolge zum Beispiel um Erotik-Werbung oder für Kinder womöglich belastende Video-Trailer im Tagesprogramm. Trailer sind kurze Clips, die vorab zu einem Medieninhalt wie zum Beispiel einen Film informieren und diesen ankündigen. Zudem nahmen Beschwerden zu Inhalten auf Mediatheken oder Streaming-Diensten zu. Auch Verschwörungstheorien und Desinformation im Netz waren ein Thema.

Die 14 Medienanstalten in den Bundesländern beaufsichtigen den privaten Rundfunk und Medieninhalte im Internet. Sie sind unabhängige Stellen und haben per Staatsvertrag die Aufgabe als Medienregulierer. Die Programmbeschwerden auf dem Portal zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk werden direkt an die betreffenden Sender weitergeleitet, weil die Medienanstalten hierfür nicht zuständig sind.

Die gesteigerte Nachfrage wertete der Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten, Wolfgang Kreißig, so: «Über 500 Meldungen mehr als im Vorjahr zeigen, dass es in Deutschland eine gestiegene Sensibilität bei der Wahrnehmung von Medieninhalten und das Bedürfnis nach Information gibt.»

Bildquelle:

  • df-landesmedienanstalten: die medienanstalten

1 Kommentare im Forum

  1. Medienregulierer, unglaublich aber leider wahr. Praktisch können die Privaten machen was sie wollen, weil die Landesmedienanstalten nicht zuständig sind. Die Zwangsgebührenzahler finanzieren einen Zahnlos gemachten Tiger. Ein weiterer Grund das Staatsfernsehen radikal zu zerschlagen.
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