Messe Berlin: Chefaufseher vom RBB will im Herbst aufhören

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Porträt Wolf-Dieter Wolf
© rbb/Oliver Ziebe
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Bei dem in die Kritik geratenen Aufsichtsratschef der landeseigenen Berliner Messe, Wolf-Dieter Wolf, deutet sich ein Ende seiner Tätigkeit als Chefaufseher an.

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Ein Sprecher der Senatsverwaltung für Wirtschaft teilte am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur mit: „Es trifft zu, dass Herr Wolf im April dieses Jahres gegenüber dem Senator für Wirtschaft, Energie und Betriebe erklärt hat, sein Aufsichtsratsmandat im Herbst dieses Jahres aus Altersgründen niederlegen zu wollen.“

Davor hatte die „Berliner Morgenpost“ berichtet und Wolf so zitiert: „Nach so langer und erfolgreicher Tätigkeit für die Messe ist es in meinem Alter angemessen, dass man die Aufgabe anderen überlässt, die jünger sind.“ Eine dpa-Anfrage bei dem Unternehmer blieb unbeantwortet.

Wolf-Dieter Wolf für RBB und die Messe Berlin tätig

Der jetzt bekanntgewordene geplante Schritt Wolfs, von dem das Land im Frühjahr Kenntnis bekam, fällt in eine Zeit, in der sich der Unternehmer Kritik im Zusammenhang mit parallelen Vorwürfen gegen die Intendantin des öffentlich-rechtlichen ARD-Senders Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB), Patricia Schlesinger, ausgesetzt sieht. Wolf ist neben seiner Position im Messe-Aufsichtsrat auch der Vorsitzende des RBB-Verwaltungsrats. Sein dortiges Amt ruht während der Klärung der Vorwürfe (DIGITAL FERNSEHEN berichtete). Das Online-Medium „Business Insider“ hatte mit Berichten den ganzen Fall vor Wochen ins Rollen gebracht.

Zusammengefasst steht die Frage im Raum, ob Wolf und Schlesinger einen zu laxen Umgang von möglichen Interessenskollisionen etwa bei der Vergabe von Berateraufträgen für ein Sender-Bauprojekt gepflegt haben könnten. Von der Messe Berlin erhielt zudem der Ehemann Schlesingers Aufträge. Die Intendantin, die derzeit auch Vorsitzende der ARD-Gemeinschaft ist, und Wolf wiesen die Vorwürfe zurück. Derzeit laufen in beiden Häusern Untersuchungen, Ergebnisse liegen noch nicht vor. Das RBB-Bauprojekt liegt auf Eis.

Laut Senatsverwaltung gibt es bei der Ausübung des Chefaufseher-Postens bei der Messe keine zeitliche Befristung. Ein Vorsitzender werde aus dem Kreis des Aufsichtsgremiums gewählt. Wolf ist seit 2017 Chefaufseher und Aufsichtsratsmitglied seit 2010. Die nächste Sitzung ist für den 1. September geplant.

Bildquelle:

  • df-wolf-dieter-wolf: ARD-Foto
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