Microsoft versenkt Datenzentrum vor schottischer Küste

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Der Softwarekonzern Microsoft hat vor den schottischen Orkney-Inseln ein Datenzentrum im Meer versenkt. Das Unternehmen wolle mit dem Versuch die Entwicklung von energieautarken Unterwasser-Datenzentren vorantreiben.

Das etwa containergroße Datenzentrum auf dem Meeresgrund ist ein Prototyp. Microsoft zufolge kann der etwa zwölf Meter lange weiße Zylinder voller Computer bis zu fünf Jahre lang ohne Wartung Daten speichern und verarbeiten. Sollte allerdings in dieser Zeit etwas kaputtgehen, ist eine Reparatur nicht möglich, wie der Sender BBC erklärte. Das kalte Meerwasser vor den Inseln im Norden Schottlands kühlt das Datenzentrum, dadurch verbrauche es nur wenig Energie, so das Unternehmen.

Die benötigte Energie kommt per Unterseekabel demnach von regionalen erneuerbaren Energiequellen. Genutzt werden Gezeitenturbinen des European Marine Energy Centre, zudem Wind und Solarzellen. Der Datenverkehr erfolgt ebenfalls über dieses Kabel. Das Datenzentrum beherbergt 864 Server von Microsoft und hat eine Kapazität von 27,6 Petabyte – nach Angaben von Microsoft genug Platz, um etwa 5 Millionen Filme zu speichern.

Orkney ist ein Zentrum für die Forschung an erneuerbaren Energiequellen. [dpa]

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5 Kommentare im Forum

  1. Hmm, innerhalb der "Lebenszeit" des Containers ist also eine Reparatur nicht möglich. Und danach? Bleibt der Elektro- und Datenschrott dort unten? So nach dem Motto: "sieht ja keiner, stört dann auch niemanden"? Ausserdem wird ja anscheinend die Kühlung durch das kalte Meerwasser erfolgen. Ich denke mal das 864 Server auch eine entsprechende Menge Abwärme mit sich bringen. Wenn der Versuch dann erfolgreich ist, werden dort weitere Container versenkt. Wie lange ist dann das "Kühlwasser" im hohen Norden noch kalt? Werden so oder so ähnliche Fragen auch dabei geklärt und erforscht?
  2. Wenn selbst kleinere Flüsse wie die der Main oder die Isar das Kühlwasser von Atomkraftwerken verkraften, wird die Nordsee bestimmt die Abwärme von ein paar solcher Container verkraften. Da man nichts reparieren kann muss man wohl für Redundanz sorgen, so das wenn einige Komponenten ausfallen das Ding immer noch halbwegs funktioniert. Irgendwann wird die Technik allerdings so oder so veraltet sein. Dann muss das Ding wieder gehoben und entsorgt bzw. generalüberholt und modernisiert werden.
  3. Naja selbst mit einigen 10kW Heizleistung ändert sich da die Temperatur nicht in einem größeren Abstand.
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