Mit Dialog und Transparenz für mehr Glaubwürdigkeit der Medien

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Mehr Dialog und Transparenz – damit glauben die Medien das Glaubwürdigkeitsproblem, das derzeit gegenüber den etablierten Medien offenkundig geworden ist, lösen zu können.

In der Diskussion um einen Glaubwürdigkeitsverlust von Medien haben Vertreter von öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern für mehr Transparenz und einen Dialog mit den Kritikern geworben. „Es gibt viele Menschen, die meinen, dass Medien nicht unabhängig von wirtschaftlichen und politischen Interesse sind. Das sind Dinge, die uns beschäftigen müssen“, sagte die ARD-Vorsitzende und MDR-Intendantin Karola Wille am Mittwoch beim Medientreffpunkt Mitteldeutschland in Leipzig. Wille warb für Transparenz bei Fragen des journalistischen Handelns und erinnerte daran, dass die Menschen von den Medien tiefgründige Berichterstattung mit Hintergrund und Einordnung erwarteten.

Für Julian Geist, Konzernsprecher und zuständig für Medienpolitik bei ProSiebenSat.1, führt an einer Debatte mit den Kritikern kein Weg vorbei: „Das Problem ist, dass da draußen eine sehr große Zahl wahlberechtigter deutscher Bürger ist, die alle glauben, dass Medien unter einer Decke stecken und bestimmen, welche politische Meinung veröffentlicht wird.“ Diese bisher schweigende Mehrheit habe durch die sozialen Netzwerke nun eine Stimme. „Wir müssen uns damit auseinandersetzen.“
 
Tobias Schmid, Bereichsleiter Medienpolitik bei RTL, warnte angesichts der „Lügenpresse“-Kritik vor Hysterie und setzte auf eine sachliche Diskussion mit den Kritikern. Es gehe darum, genau zu analysieren, welches die Kritikpunkte seien. „Die Anzahl der Empörten reduziert sich extrem, wenn man sie zur Sachlichkeit zwingt.“
 
Neben der Glaubwürdigkeitskrise der Medien diskutierten Vertreter von Medien und Politik bei der großen Abschlussrunde des dreitägigen Kongresses auch über Regulierungsfragen. Schmid bemängelte, dass solche Themen bislang in „technischen Silos“ wie Rundfunk oder Telemedien diskutiert würden und sprach sich für eine Neuausrichtung aus: „Regulierung ist dafür da, die Vielfalt, die Jugend oder die Menschenwürde zu schützen. Regulierung muss sich an diesem Schutzgut ausrichten, nicht in der technischen Ausspielungsart.
 
Angesichts von langen Verfahrensdauern bei Gerichten sollen Medien künftig bei rechtlichen Meinungsverschiedenheiten ein Schiedsgericht in Leipzig anrufen können. Das kündigte der Chef der Dresdner Staatskanzlei und Medienminister, Fritz Jaeckel (CDU), an. Am 1. September soll die Geschäftsordnung und die Besetzung des Medienschiedsgerichts veröffentlicht werden. Ziel sei es, dass das Gremium auch Gutachten zu medienrechtlichen Fragen in Auftrag geben könne.
 
In Leipzig diskutierten seit Montag Experten aus Medien, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über den gesellschaftlichen Wandel und dessen Auswirkungen auf die Medienwelt. [dpa/kw]

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1 Kommentare im Forum

  1. Zitat: "Wille warb für Transparenz bei Fragen des journalistischen Handelns und erinnerte daran, dass die Menschen von den Medien tiefgründige Berichterstattung mit Hintergrund und Einordnung erwarteten." Die Dame hat den Ethos des Journalismus nicht verinnerlicht, sondern ist auf Erziehungstour. Ich erwarte von den Medien tiefgründige Berichterstattung, die EINORDNUNG übernehme ich selbst. Wenn die Medien in Deutschland sich von ihrem grün-alternativen Bevormundungmodus befreien, könnten sie sukzessive an Glaubwürdigkeit gewinnen. Das wird aber nicht passieren.
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