Nach Arbeiterunruhen: Foxconn schließt Werk in China

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Der taiwanesische Elektronikhersteller Foxconn, der unter anderem für Apple oder auch Sony fertigt, steht bereits seit längerem wegen seiner Arbeitsbedingungen in der Kritik. Nach einem ausufernden Streit unter Arbeitern musste das Unternehmen nun eines seiner großen Werke in China fürs erste schließen.

Nach gewaltsamen Unruhen unter seinen Arbeitern hat der weltgrößte Elektronikhersteller Foxconn eines seiner großen Werke in Zentralchina schließen müssen. Ein Streit zwischen Arbeitern seiner Fabrik in Taiyuan (Provinz Shanxi) sei am Sonntagabend in Ausschreitungen eskaliert, an denen 2000 Arbeiter teilgenommen hätten, berichtete das taiwanesische Unternehmen in Taipeh. Es habe rund 40 Verletzte sowie eine Reihe von Festnahmen gegeben.

Das Werk ist nach einem Bericht der chinesischen Computerzeitung „Diannaobao“ auch Teil der Produktionskette für das iPhone 5. Foxconn ist für die Fertigung von Apple-Produkten bekannt, produziert aber auch für andere große Computerfirmen wie Dell, Hewlett-Packard und Sony. Foxconn wollte auf Anfrage nicht bestätigen, ob in Taiyuan auch Teile für das iPhone 5 hergestellt werden. Wegen des ungewöhnlich erfolgreichen Verkaufsstarts des neuen iPhones vergangene Woche soll massiver Produktionsdruck herrschen, hieß es in Branchenberichten.
 
Um die Ausschreitungen in Taiyuan unter Kontrolle zu bringen, wurden 5000 Polizisten mobilisiert. Bis Montagmorgen sei die Ordnung wieder hergestellt worden. „Wir haben das Werk geschlossen, um bei den Ermittlungen zu kooperieren“, sagte Foxconn-Sprecher Uno Chen telefonisch der Nachrichtenagentur dpa in Peking. „Es wird wieder geöffnet, wenn die Untersuchung beendet ist.“ Der Sprecher äußerte die Hoffnung, dass die Schließung nur einen Tag dauern wird.
 
Das Unternehmen beschäftigt in China mehr als eine Million Mitarbeiter. Wegen seiner Arbeitsbedingungen und seines strengen Managementstils war Foxconn in den vergangenen zwei Jahren ins Gerede gekommen. Eine von Apple selbst eingeleitete unabhängige Inspektion seines wichtigsten Fertigers hatte im März zahlreiche Missstände aufgedeckt. Bemängelt wurden unter anderem viel zu lange Arbeitszeiten von teilweise mehr als 60 Stunden pro Woche und mangelhafte Sicherheits- und Gesundheitsbedingungen.
 
Die Ausschreitungen in Taiyuan begannen nach Angaben von Foxconn mit einem „persönlichen Streit“ zwischen Arbeitern in einem privat geführten Wohnheim außerhalb des Werkes. Der Streit „scheint nichts mit der Arbeit zu tun gehabt zu haben“, hieß es in einer Erklärung in Taipeh. In Fotos, die im Internet verbreitet wurden, zeigte sich aber, dass auch Foxconn-Einrichtungen Ziel der Ausschreitungen waren. Ein Wachhäuschen wurde umgekippt. Bei einem Bus waren Scheiben eingeschlagen. Autos wurden umgestürzt, darunter ein Polizeiwagen. Hundertschaften der Polizei sicherten die Straßen um das Werk. In einem Video waren johlende Arbeiter und Sicherheitskräfte zu sehen. [dpa/fm]

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30 Kommentare im Forum

  1. AW: Nach Arbeiterunruhen: Foxconn schließt Werk in China Also ... 1. Nach diversen seriösen Quellen, gab es in einem Wohnheim eine private Streitigkeit, die zur Massenprügelei wurde. Ob das eine Meldung wert ist ... 2. Nur mal zur Information ... Die Hauptkunden von Foxconn: Acer Amazon Apple Cisco Dell HP Intel Microsoft Motorola Nintendo Nokia Sony Toshiba Vizio Zum Beispiel fertigt Foxconn die XBox und die PlayStation ... Was kaum jemand weiß: Die Firmen Leadtek und Winfast sind 100% Tochterfirmen von Foxconn ... unter den Labeln verkaufen sie Grafikkarten, Mainboards etc. pp. Wer also (wieder einmal) die böse Firma Apple angreifen will, weil sie da produzieren lassen, sollte sich fragen, welche Gegenstände aus seinem Haus dort gebaut wurden ...
  2. AW: Nach Arbeiterunruhen: Foxconn schließt Werk in China ........................... heftig! .................................. Daß es gleich so viele sind, wußte ich auch noch nicht!
  3. AW: Nach Arbeiterunruhen: Foxconn schließt Werk in China Ähm, Foxconn fertigt wohl für rund 80 Firmen ... das sind nur die "Großabnehmer" ...
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