Nach der Dividende ist vor der Dividende

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Vor fünf Jahren diskutierte man über die Digitale Dividende, also die Frequenzen, die durch den Umstieg von analoger auf digitaler Terrestrik frei werden. Sie sollten und wurden dem Mobilfunk für drahtlose Breitbandzugänge zugesprochen. Dabei sollte es eigentlich bleiben – eigentlich.

Durch die Einführung von DVB-T und die damit einhergehende Abschaltung nicht mehr benötigter analoger Sender entschied die Politik, die freien Frequenzen, die Digitale Dividende, für die Breitbandversorgung zu nutzen. Das Spektrum im 800-MHz-Band wurde den Mobilfunkern unter der Auflage zugesprochen, zunächst ländliche Regionen mit drahtlosem Breitband zu versorgen.

Schon damals regte sich unter den Rundfunkanbietern Widerstand. Störungen wurden befürchtet. „Die Versorgung der Bevölkerung mit digitalem Rundfunk muss sichergestellt sein“, forderte der damalige Chef der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz, Martin Stadelmeier im Interview mit DIGITAL INSIDER. Zudem müsse sichergestellt werden, dass der Mobilfunk die Frequenzen auch tatsächlich für die Breitbandversorgung ländlicher Gebiete einsetze, so Stadelmeier. Er machte klar, dass es nur um die Frequenzen im 800-MHz-Band geht. „Für mich stehen die Kanäle 21 bis 60 nicht zur Disposition“, sagte der Staatssekretär im Interview. Sie seien dem öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunk sowie dessen Entwicklungsmöglichkeiten vorbehalten, so Stadelmeier weiter.

Doch es sollte anders kommen. Fünf Jahre später muss sich der Rundfunk gegen eine Digitale Dividende 2 wehren. Das Frequenzspektrum im 700-MHz-Band soll ebenfalls für die Mobilfunknutzung freigegeben werden. Der Rundfunk hat dem wenig entgegenzusetzen. Die Versteigerung solcher Frequenzen spült Milliardenbeträge in die Kassen des Regierungshaushalts. Vor fünf Jahren forderten die Rundfunkvertreter vergeblich eine Garantiezusage für die primäre Nutzung der Frequenzen unterhalb von 800 MHz. Eine solche Zusage wird es wohl auch nach der Digitalen Dividende 2 nicht geben.

In der Rubrik DIGITAL INSIDERvor 5Jahrenblickt dieRedaktiondes Branchendienstes einmal imMonat aufThemenzurück, dieseinerzeitdie Branche bewegt haben.WährendmancheEntwicklungen bisheute nichtsvon Ihrer Relevanzeingebüßthaben,entlarvt unsereRückschau auchTotgeburten undverfehlteErwartungen.Den DIGITALINSIDER können Sieunter diesem Link abonnieren.DIGITAL INSIDER vor 5 Jahren
[mh]

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3 Kommentare im Forum

  1. AW: Nach der Dividende ist vor der Dividende Man darf gespannt sein ob sich die Länder im Bundesrat wie bei "Dividende 1" wieder über den Tisch ziehen lassen. Der Bund bzw. die BNetzA sackte die Kohle ein, die Länder dürfen sich mit den knappen Frequenzen und den Frequenzänderungen an den Sendestandorten rumschlagen. Hoffentlich haben sie daraus gelernt.
  2. AW: Nach der Dividende ist vor der Dividende Am Besten garkeine Digitale Dividende mehr. Und wenn es in Deutschland eh nur noch drei Mobilfunknetze geben sollte erst recht nicht.
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