Nach Gottschalk-Flop: ARD-Gremien fordern mehr Befugnisse

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Die Gremien der ARD wollen das Scheitern von Thomas Gottschalk im Ersten dazu nutzen, ihre Befugnisse auszuweiten. Bisher ist das bei werbefinanzierten Sendungen nicht möglich.

Der für „Gottschalk Live“ zuständige WDR hatte dem Rundfunkrat des Senders die Einsicht in die Verträge der Show verweigert, da diese nicht durch Gebühren, sondern mit Werbegeldern finanziert wurde. Diese wiederum werden von Tochterfirmen wie der WDR Mediagroup eingetrieben, weshalb die Gremien aus Sicht des Senders nicht zuständig sind. 
Der Rundfunkrat des WDR lässt einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ zufolge nun von der Justitiarin prüfen, ob werbefinanzierte Sendungen tatsächlich anders zu behandeln sind als gebührenfinanzierte. Sollte das Ergebnis zugunsten des Rundfunkrats ausfallen, hätten ARD-Gremien ab einer bestimmten Summe künftig Einsicht in die Verträge des durch Reklame finanzierten Vorabends. Für WDR-Sendungen liegt dieser Betrag bei zwei Millionen Euro.
Im März stellte die Rundfunkanstalt noch klar, dass maßgeblich für die Frage nach Einbindung der Gremien sei, „ob der WDR sachlich und finanziell verpflichtet ist, das heißt ob Verträge aus Gebührenmitteln finanziert werden.“ Beides sei nicht der Fall. „Der WDR ist nicht verpflichtet und zahlt keinen Cent aus Gebührenmitteln“, hieß es weiter. 

Bei der Sendung „Gottschalk live“ sei nicht anders verfahren worden als bei allen anderen Vorabendproduktionen. „Die Finanzierung erfolgt ausschließlich über Werbeeinnahmen und die Etatverantwortung liegt daher bei den Werbegesellschaften“, so der WDR. Diese Vorgehensweise gelte seit Harmonisierung des ARD-Vorabendprogramms 1993/94. „Von einer Umgehung der Gremien kann deshalb keine Rede sein.“
Die Intendanten der ARD hatten im April beschlossen, die quotenschwache Vorabend-Show „Gottschalk Live“ am 7. Juni letztmalig auszustrahlen. Als Grund nannten sie die schwachen Einschaltquoten. ARD-Intendantin Monika Piel dankte jedoch dem langjährigen „Wetten, dass..?“-Moderator höflich für seine „große Begeisterung, seine Kreativität und seine Risikobereitschaft“. 

[fp]

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  1. AW: Nach Gottschalk-Flop: ARD-Gremien fordern mehr Befugnisse Ja! Mehr Macht den Bürokraten.
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