NDR-Verwaltungsrat kritisiert die Finanzbedarfs-Experten der KEF

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Der Verwaltungsrat des Norddeutschen Rundfunk (NDR) kann mit den Einsparplänen der unabhängigen Expertenkommission KEF nicht viel anfangen. Die Liste der Kritikpunkte ist lang.

„Die Auffassung der KEF, dass die ARD Überschüsse erwirtschaftet habe, erzeugt öffentlich eine Erwartungshaltung, die nach Auffassung des Verwaltungsrats nicht sachgerecht ist“, teilte der mit zwölf ehrenamtlichen Mitgliedern besetzte Ausschuss am Freitag mit. „Auch pauschale Abschläge bei den Personalkosten sind nicht nachvollziehbar.“

Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) hatte im Februar in ihrem jüngsten Bericht mitgeteilt, die öffentlich-rechtlichen Sender dürften für die 2020 endende Beitragsperiode mit einem Überschuss von 544,5 Millionen Euro rechnen.

Der NDR-Verwaltungsrat wehrt sich außerdem gegen die Aufforderung der KEF, die ARD solle ihr Programmvermögen stärker nutzen. „Die Ankündigung der KEF, im 22. Bericht die Sportkosten kritisch untersuchen zu wollen, ist ein unzulässiger Eingriff in die Programmautonomie“, so die Verwaltungsratsvorsitzende Dagmar Gräfin Kerssenbrock. „Wer die Sendung eines Fußballspiels unter Einspargesichtspunkten betrachtet, will weniger Fußball im öffentlich-rechtlichen Fernsehen.“

Finanzielle Flexibilität sei ein hohes Gut, um mit hoher Kreativität im Rahmen eines begrenzten Programmbudgets zuschauergerechte Angebote machen zu können, so Gräfin Kerssenbrock. „Qualitätsjournalismus ist personal- und damit kostenintensiv, eine Betrachtung unter reinen Wirtschaftlichkeitsgesichtspunkten verbietet sich in der Sache.“[dpa]

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36 Kommentare im Forum

  1. Das kann ich mir vorstellen, dass die Damen und Herren der Dritten damit nicht konform gehen. Wie eine alte Weisheit schon sagt: "Wer den Sumpf trocken legen will, darf nicht die Frösche fragen." Es werden tausende Dinge offenbart, nur um keinen Cent einspraren zu müssen. Schließlich ist Deutschland und als ein Teil davon, die Rundfunkabgabe, ein Selbstbedienungsladen erster Güte. Wer schafft schon gern die Kuh ab, die bis zum Sankt Nimmerleinstag gemolken werden kann.
  2. Ich kann dem nur bedingt folgen. Schließlich liegt es in der Natur der Sache, dass sich die Sender gegen eine Kürzung wehren und das mit "Eingriff oder Einmischung von Außen" kommen. Wenn es in ihrem Unwillen liegt partout Einsparungen in allen Bereichen angehen zu wollen, dann müssen andere Kontrollinstalzen darauf hinweisen, dass durchaus mehr geht. Nichts anderes hat die KEF gemacht. Schließlich kann man den Zahler nicht melken wie es denen beliebt. Da hört dann auch irgendwann das Fürsprechen für den ÖRR auf und unterminiert in Teilen der Bevölkerung seine Akzeptanz. Also man muss Einsparungen viel ernster beim ÖRR-TV nehmen, das die Politik und die Intendanten das tun als bisher. Die KEF sagt es ist mehr möglich, also sollte dem nachgegangen werden mit allem Ernst und es nicht labidar abtun, als würde dann die Qualität oder gar Journalismus darunter leiden. Man bringt teils selbst solche Argumente ins Spiel, wie Gegner die den ÖRR abschaffen würden und so kann und sollte man das nicht aus ÖRR-Sicht tun. Also man sollte Einsparungen ernster nehmen, dann nimmt man damit auch den Gegnern wieder etwas Wind aus den Segeln.
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