NDS versucht Hacker-Vorwürfe zu entkräften

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Köln/London/Cheseaux – Der Verschlüsselungsanbieter NDS leugnet, jemals Hacker auf die US-Konkurrenz von Nagrastar angesetzt zu haben. Derweil bekräftigt die an Nagrastar beteiligte Kudelski-Gruppe die Vorwürfe.

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„Die Kudelski Gruppe sieht dem Ausgang des Prozesses zuversichtlich entgegen“,sagte der Vice President der Kudelski Gruppe Rodolfo Ciucci auf Nachfrage von DIGITAL FERNSEHEN. „Wir sind überzeugt, dass Licht in die Angelegenheit kommt.“

„Die Anschuldigungen haben keinen Wahrheitsgehalt“, ließ NDS derweil in einem Statement gegenüber DF verlauten. NDS sieht sich im Recht und verweist dabei auf den bisherigen Verlauf des Rechtsstreits.
 
Demnach hätten die Gerichte seit Beginn des Streitfalls im Jahr 2002 wesentliche Teile der Klage abgewiesen. „Das Prozessverfahren und die damit verbundenen Enthüllungen haben dabei nur die Position von NDS gestärkt, dass NDS nichts mit der Piraterie bei Echostar zu tun hat“, heißt es von einem Sprecher der Murdoch-Tochter.
 
So sei das Hacking der Nagrastar-Verschlüsselung „das Resultat von unterlegener Technologie aufgrund über Jahre unzureichender Investitionen in Forschung und Entwicklung bei Kudelski“, lautet die Erklärungen des NDS-Sprechers. „Diese Anschuldigungen sind aus der Luft gegriffen, unsere Technologieinvestitionen sind sehr hoch“, wies der Kudelski-VP Ciucci diesen Vorwurf gegenüber DF zurück. „Wir sind absolut zuversichtlich, dass die Klage unseres Kunden und unseres Joint-Venture-Partners auf einer sehr starken Basis beruht.“

Bis zuletzt herrschte Unklarheit über den Streitwert des in Los Angeles anhängigen Verfahrens. „Die Zahl von US-Dollar einer Milliarde ist nicht richtig. Der Betrag ist wesentlich geringer“, versuchte der NDS-Sprecher die Schadensersatzforderungen von Echostar und Nagrastar gegenüber DF herunterzuspielen. Der Kudelski-Manager Ciucci wollte sich aufgrund des laufenden Verfahrens nicht zu den Inhalten der Klage äußern, jedoch geht aus einem von NDS stammenden Schreiben vom Juli 2007, welches DF vorliegt, zweifelsfrei hervor, dass die Forderungen tatsächlich rund eine Milliarde US-Dollar betragen.
 
Die Murdoch-Tochter NDS muss sich am 8. April vor einem Gericht in Los Angeles gegen die Klage des US-Pay-TV-Anbieters Echostar und seines Verschlüsselungsanbieters Nagrastar erwehren (DF berichtete). Demnach habe NDS Hacker unter anderem auf die Nagrastar-Codierung angesetzt und danach die Sicherheits-Codes an Piraten weitergegeben. Nagrastar ist ein Joint-Venture aus Echostar und der Schweizer Kudelski-Gruppe. [lf]

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11 Kommentare im Forum

  1. AW: NDS versucht Hacker-Vorwürfe zu entkräften Wieso dementiert NDS, dass es eine Milliarde ist, wenn aus einem DF vorliegenden Schreiben (Wo habt ihr das denn eigentlich wieder her??) von NDS hervorgeht, dass es sich um eine Milliarde handelt? Das stinkt doch zum Himmel, was NDS da gerade treibt. Ich weiß, der Premiere-Vorstand hat Murdochs Millionen gerade bitter nötig, da das Geld knapp wird. Aber ist denen klar, mit wem sie sich da gerade ins Bett legen?
  2. AW: NDS versucht Hacker-Vorwürfe zu entkräften Ja Hopper, bei Dir hat NDS immer recht. Schon klar. Das kennen wir ja jetzt. Welches persönliche Interesse hast du dabei eigentlich?
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