Netflix-Chef kritisiert angekündigte Quotenmessung

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Netflix-Chef Reed Hastings hält wenig von der angekündigten Quotenmessung für Video-on-Demand-Dienste. Da mobile Endgeräte davon nicht berücksichtigt würden, seien diese nicht aussagekräftig. Großes Interesse an einer Messung seiner Einschaltquoten dürfte Netflix aber ohnehin nicht haben.

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Erst im November hatte das Medienunternehmen Nielsen angekündigt, künftig die Einschaltquoten für Video-on-Demand-Dienste wie Netflix und Amazon Prime Instant Video messen zu wollen. Attraktiv wäre dies vor allem für die Inhalteanbieter, die bislang kaum eine Einschätzung darüber haben, wie oft ihre Filme und Serien über die Abruf-Portale gesehen werden. Dabei wäre dies gerade für Verhandlungen mit Netflix und Co. von Vorteil.

Netflix-Chef Reed Hastings hält von der angekündigten Quotenmessung allerdings reichlich wenig. Auf einem Branchentreffen in Mexiko bezeichnete dieser das Messverfahren, bei dem die Audiospur von Abgerufenen Sendungen auf TV-Geräten analysiert wird, für wenig aussagekräftig. Immerhin würden viele Kunden Netflix auch auf mobilen Endgeräten wie Smartphones oder Tablets nutzen. Somit sei das Ergebnis bei einer Messung, die nur auf dem Fernseher stattfindet, immer verzerrt.
 
Dass Hastings dabei ausgerechnet mobile Endgeräte als Argument anführt, kann zumindest ein wenig verwundern. Immerhin gehört der Anbieter zu den wenigen VoD-Diensten, die keine Download-Funktion für Filme und Serien anbieten. Dadurch ist die mobile Nutzbarkeit des Dienstes von vorn herein eingeschränkt. Immerhin bleibt dem Kunden so unterwegs lediglich die Nutzung über Mobilfunk. Aufgrund der begrenzten Datenvolumen der Mobilfunkverträge dürfte dies jedoch schnell zur Frustübung werden. [ps]

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6 Kommentare im Forum

  1. Nach erster Euphorie, den deutschen Markt zu betreten, tritt nun die Ernüchterung bei Netflix ein. So gigantisch wird das nicht in Deutschland für den erfolgsverwöhnten Anbieter. Das war zu erwarten. Dennoch: Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft. Leider gucken noch zu wenige Deutsche VoD, wenn man Umfragen Glauben schenken darf. Das wird sich über Jahre erst im Bewusstsein der Masse der Zuschauer entwickeln müssen.
  2. AW: Netflix-Chef kritisiert angekündigte Quotenmessung Welche Ernüchterung? Netflix braucht keine Quoten. Verkaufen ja auch keine Werbung. Im Gegensatz zu Sky, das sich bei Sportveranstaltungen kaum mehr von RTL-Fußballübertragungen unterscheidet. Außerdem hat er durchaus Recht. Die Zeiten in denen man nur im Wohnzimmer geschaut hat und es reichte, dort zu "messen" sind schon lange vorbei. Bei uns wird Netflix im Wohnzimmer über die XBOX One, im Büro am PC und beliebig überall auch am Tablet genutzt. Was und wie sollte da gemessen werden?
  3. AW: Netflix-Chef kritisiert angekündigte Quotenmessung Vor allen Dingen wie will man überhaupt unterscheiden können welche Person gemessen wird und vor allem auch wo? Wenn man das nicht unterscheiden kann, multipliziert man sich so eine Messung zusammen die hinten und vorne nicht stimmen kann. Man stelle sich vor, zu Hause schaut man entweder, allein (Singel), oder zusammen mit Familie (konstante Berechnungsbasis) oder eben selten bis häufig durch Freundebesuche (sporadische Berechnungsbasis). Genau so kann es auch im Büro in der Pause sein, wenn mal sich 2-5 Leute um ein Tablet versammeln. Wie will man das unterscheiden und erkennen, bzw berücksichtigen wollen in der Messung? Das ist unmöglich, selbst technisch gesehen, wenn man dort die eingebauten Kameras zum "Auslesen" der auf den Bildschirm glotzenden Personen benutzen würde, wenn jemand im toten Winkel steht, was im Übrigen mit SICHERHEIT keiner möchte, sich wie bei Big Brother zu präsentieren und so komplett gläsern zu werden. Also es ist kurzum unmöglich VoD zu messen und in der heutigen Zeit wird die "Quotenmessung" ohnehin je weiter sich alles entwickelt bald obsolet.
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