Neuer WDR-Intendant Tom Buhrow wünscht sich Mut zu Experimenten

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Der ehemalige WDR-Volontär und bis gestern als „Tagesthemen“-Moderator beschäftigte Tom Buhrow verabschiedet sich von den Nachrichten, um sich höheren Aufgaben zu stellen. Als Nachfolger von Monika Piel tritt er nun das Amt des WDR-Intendanten an.

Ein Journalist ist bald einer der mächtigsten Manager der ARD: „Tagesthemen“-Moderator Tom Buhrow wird neuer Intendant des Westdeutschen Rundfunks. Nach seiner Wahl ermunterte der 54-Jährige seinen neuen Sender zu Experimentierfreude. „Macht ruhig Fehler!“, betonte er am Mittwoch. „Das ist ein bisschen mein Credo. Bitte keine Angstkultur, sondern Mut zu Experimenten.“
 
Wer sein Nachfolger als Moderator der „Tagesthemen“ im Ersten wird, war am Donnerstag zunächst unklar. Der ARD-Talkmaster Reinhold Beckmann dementierte Berichte, dass er für Buhrow kommen könne. Sein Vertrag läuft 2014 aus.
 
Der WDR ist mit mehr als 4000 festen Mitarbeitern und einem Etat von mehr als einer Milliarde Euro die größte ARD-Anstalt.

Der Rundfunkrat wählte den 54-Jährigen am Mittwoch mit großer Mehrheit zum Nachfolger von Monika Piel. „Ich habe diese Aufgabe nicht auf meiner Lebensplanungsliste gehabt. Diese Aufgabe hat mich gesucht.“ Dennoch freue er sich, er liebe den WDR. „Ich bring‘ die Liebe mit. Ja, is‘ so!“ Buhrow hatte einst bei dem Sender volontiert.
 
Das TV-Publikum wird sich nach dem Weggang von Buhrow an ein neues Gesicht bei den ARD-„Tagesthemen“ gewöhnen müssen. Nach einem Bericht des Berliner „Tagesspiegels“ hat der ARD-Korrespondent in New York, Thomas Roth, gute Chancen auf die Nachfolge. Der 61-Jährige könnte vom Kölner Sender ins Rennen geschickt werden, weil der ARD-Proporz laut „Tagesspiegel“ vorsieht, dass der WDR die eine, der NDR die andere der beiden „Tagesthemen“-Stellen besetzt.
 
Auch NDR-Gewächs Ingo Zamperoni (39) gehört zur Kandidatenliste, da er bereits ständiger Vertreter der Stamm-Moderatoren Caren Miosga und Tom Buhrow ist. Laut dem Mediendienst kress wird auch der ARD-Talker Reinhold Beckmann „heiß gehandelt“. Beckmann sagte dazu auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa: „Große Ehre, aber falsche Fährte.“
 
Buhrow wird nur noch wenige Male die „Tagesthemen“ moderieren. „Ich werde bestimmt noch eine Woche machen müssen“, sagte er. „Ich werde mich doch noch verabschieden dürfen von den Zuschauern.“ Er erhielt im Rundfunkrat 41 von 47 Stimmen. Vier Stimmen entfielen auf den Intendanten von Radio Bremen, Jan Metzger, zwei Stimmen auf den Direktor bei der Europäischen Rundfunkunion, Stefan Kürten. [dpa/das]

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