Neues NatGeo-Format: „Visualisiert, dramatisch, mitreißend“

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Im Januar startet auf National Geographic mit „Explorer – das Magazin“ ein neues Format, das mit nachhaltiger Berichterstattung das Publikum zum Nachdenken anregen will. Einer der Macher ist der britische Dokumentarfilmer und Journalist Justin Hall, der im Gespräch mit DIGITAL FERNSEHEN einen Einblick in die Sendung gewährt.

Herr Hall, sie sind ein renommierter und Emmy-nominierter Dokumentarfilmer und Journalist. Wie lange arbeiten Sie schon für National Geographic?
 
Justin Hall: Ich mache Dokumentationen seit über 20 Jahren. Meine erste Reise führte mich damals tief in den Dschungel. Die letzten Jahre arbeitete ich voranging mit dem Team von National Geographic. Mit ihnen habe ich tolle Erfahrungen und Entdeckungen gemacht. Dabei drehten wir auch im Rahmen von „Explorer“ – eine der stärksten Dokumentationsreihen überhaupt und mit einer völlig neuen Art und Weise Themen zu dokumentieren. In dieser Position wollte ich schon lange sein und freue mich ein Teil dieses Teams zu sein.
 
Können Sie uns einen Einblick in ihre Arbeit der letzten Jahre geben?
 
Hall: Eine meiner Reisen führte mich zusammen mit Richard Bacon nach Virunga in die Demokratische Republik Kongo. (Anmerkung Redaktion:  Der Nationalpark Virunga ist ein 7835 km² großer Nationalpark im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo an der Grenze zu Ruanda und Uganda). Dort erwartete mich eine viel komplexere Geschichte als ich vermutet hätte. Dies war eine großartige Erfahrung. Wir geben dem Zuschauer in der National Geographic Doku „Kampf um Virunga“ viele spannende Infos über die Komplexität des Parks und den damit verbundenen Problematiken.

Wird es auch neue Formate mit Ihnen auf National Geographic geben?
 
Hall: Ja, es wird ab Januar eine neue Sendung geben. „Explorer – Das Magazin“ unterscheidet sich wesentlich von der alten Formatvorlage. Eine wirklich überraschende neue Show. Mit diesem neuen Format erzählen wir Geschichten kurz und knapp aber dafür ausdrucksstark. In einer Stunde bis zu vier verschiedene Geschichten. Von überall auf der Welt völlig unterschiedliche und kontrastreiche Themen: Aus Kriegsgebieten, von Helden, Kugelhagel über die Natur und Menschen bis hin zu neue Technologien.
 
Sind alle der angesprochenen Beiträge bei „Explorer – das Magazin“ aus ihrer Hand?
 
Hall: Nein, es ist eine neue magazinartige Show, die von Richard Bacon moderiert wird. Er ist ein unglaublicher Typ, der jede Konversation und Diskussion gewinnend führen kann. Unser Job ist die Berichterstattung vor Ort. Wir haben ein Team von acht Korrespondenten. Von dokumentierenden Comedians bis hin zum schonungslos harten Journalisten Bryan Christy, der auch Leiter der Abteilung „Special Investigations“ bei National Geographic ist. Wir wollen die Menschen mit auf unsere Reisen nehmen und sie inspirieren.
 
Dieses neue Format ist nachhaltig, kritisch und einzigartig. Kontrastreiche Geschichten aus der ganzen Welt, die wir in einer Stunde präsentieren. Ziel der Show ist es mit einer Mischung aus Live-Diskussion mit den Reportern und Beiträgen, das Publikum zu begeistern und sie zum Nachdenken zu bewegen.
 
Und das Format „Explorer – Das Magazin“ können wir überall auf der ganzen Welt auf National Geographic sehen?
 
Hall: Ja, eine globale Sendung. In Deutschland startet „Explorer – Das Magazin“ ab 21. Januar 2017.
 
Worin sehen sie die Stärken des neuen Formates um Zuschauer anzulocken?
 
Hall: Meine Hoffnung liegt darin, dass die verschiedenen kurzen Beiträge es den Zuschauern erlauben rasch in unsere Geschichten einzutauchen. Ich denke, dieses neue Format könnte eine neue interessante Kommunikationsplattform werden.

 
Handelt es sich generell um kurze Beiträge oder sind auch längere Filme zu sehen?
 
Hall: Die komplette Sendung hat eine Laufzeit von 60 Minuten, mit Beiträgen, die mit verschiedenen Korrespondenten und ihren Erzählungen gespickt sein werden. Begleitet werden die Geschichten durch außergewöhnliche Animationen. Es ist eine andere Erzählart in der „Explorer – Das Magazin“ Geschichten darstellt. Ganz besonders visualisiert, dramatisch und mitreißend. Zusammen mit persönlichen Eindrücken, außergewöhnlichen Charakteren und der klaren Linie wie National Geographic Storys erzählt.
 
Wie lange sind Sie für eine Geschichte des neuen Formats in der Regel unterwegs?
 
Hall: Das hängt ganz von der Komplexität der Geschichten ab. Wenn wir einen halbstündigen Part drehen, dann filmen und fotografieren wir so viele Momente, wie es uns die Lage ermöglicht. In der Regel haben wir zehn Tage für einen Komplex. Wir acht National Geographic Korrespondenten sammeln die Eindrücke in ganz unterschiedlicher Art und Weise ein. Am Ende bringt ein Team von knapp 60 Experten, Redakteuren und Produzenten die Geschichten in den sinnvollen Kontext einer Sendung.
 
Gab es gefährliche Situationen?
 
Hall: An sich ist es eher ungefährlich. Ich bin kein Typ für Kriegsgebiete. Ich suche meist nach inspirierenden Charakteren. Ich würde sie als Helden sehen. Die Geschichten aus Vierunga sind mit vielen komplexen Typen gespickt. Junge Menschen und Kinder, die als Soldaten am Rand des National Parks tätig sind. Sie sind dort geboren und in dieses Leben reingewachsen. Für sie sind AK 47, Alkohol und der Kampf gegen Wilderer normal. Es ist eben ihre Realität. Wir haben versucht diese Emotionen einzufangen. Es war uns wichtig zu zeigen, wie sie dort leben, wie die Park-Verteidigung agiert. Die Menschen zu begleiten, die Patrouille laufen, um den Park gegen Eindringlinge zu verteidigen. In den letzten 15 Jahren verloren dabei 130 Menschen ihr Leben. Es ist uns wichtig, direkt am Geschehen zu sein.
 
In welcher Regelmäßigkeit wird Explorer erscheinen? 
 
Hall: Wöchentlich. Mein Wunsch ist es, so viele Shows wie möglich zu drehen. Wir müssen unser ganzes Leben lang lernen. Auch ich bin kein Experte auf allen Gebieten. Deshalb führe ich sehr gern durch meine Geschichten und präsentiere diese mit möglichst vielen Facetten und all meinen Emotionen.
 
Vielen Dank für das Gespräch![red]

Das Interview gibt die Meinung des Interviewpartners wieder. Diese muss nicht der Meinung des Verlages entsprechen. Für die Aussagen des Interviewpartners wird keine Haftung übernommen.

Bildquelle:

  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

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