News Corp will Premiere-Sanierung wohl nicht allein zahlen

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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München – Der Medienmogul Rupert Murdoch will die Sanierung des verlustträchtigen Privatfernsehsenders Premiere Unternehmenskreisen zufolge nicht allein schultern.

Deshalb hoffe er, dass die geplante Kapitalerhöhung von 410 Millionen bei Premiere auch noch von anderen Anteilseignern gezeichnet wird, obwohl sein Medienkonzern News Corp die Summe bereits voll garantiert habe, sagte eine mit der Situation vertraute Person am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.
 
„News Corp wird auf jeden Fall begrüßen, wenn auch andere Anteilseigner mitziehen.“ Es gehe News Corp nicht in erster Linie darum, den Anteil am Sender aufzustocken, sondern die Sanierung von Premiere zu finanzieren. Nach Darstellung von Reuters käme es letztlich darauf an, wie viele der bestehenden Aktionäre die neuen Titel zeichnen werden.
 
Derzeit hält der US-Medienriese noch weniger als 30 Prozent an Premiere. Am Wochenende hatte die Finanzaufsicht Bafin News Corp mit einer Ausnahmegenehmigung erlaubt, seinen Anteil über diese Schwelle hinaus zu erhöhen, ohne den restlichen Aktionären wie vorgeschrieben ein Übernahmeangebot unterbreiten zu müssen. Dies ist möglich, da Premiere ohne Hilfe von Murdoch vor dem Aus stehen würde (DIGITALFERNSEHEN berichtete).
 
Dem seit Jahren in den roten Zahlen steckenden Pay-TV-Sender hätten die Banken Ende 2008 beinahe den Geldhahn zugedreht. Der von Großaktionär Murdoch nach München geholte neue Chef Mark Williams konnte die Pleite jedoch kurz vor Weihnachten abwenden. Ein neuer Sanierungsplan sieht vor, dass die Banken Premiere 525 Millionen Euro leihen, falls Murdoch zuvor 450 Millionen Euro in den Sender pumpt. Das soll über die von New Corp garantierte Kapitalerhöhung in zwei Schritten geschehen.
 
Im Januar hatte Premiere sich im ersten Teil bereits 40 Millionen Euro frisches Kapital gesichert, um bis zur zweiten und größeren Tranche im zweiten Quartal flüssig zu sein. Falls sich nicht viele Altaktionäre beteiligen, könnte News Corp sehr schnell mehr als die Hälfte an dem Sender halten.
 
Die Kapitalerhöhung muss noch auf der eigens einberufenen Hauptversammlung am 26. Februar von den Aktionären genehmigt werden. Auch mit dem Zuschuss Murdochs braucht Premiere nach eigener Planung noch bis nächstes Jahr, um operativ in die schwarzen Zahlen zu kommen. Die Aussicht auf die baldige Geldspritze ließ die im MDax gelisteten Premiere-Aktien zu Wochenbeginn um mehr als fünf Prozent auf 3,10 Euro steigen. [mg]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

6 Kommentare im Forum

  1. AW: News Corp will Premiere-Sanierung wohl nicht allein zahlen In diese hochspekulative Anlage wird wohl kaum einer investieren. So muss News Corp. so oder so den größten Teil aus eigener Tasche zahlen.
  2. AW: News Corp will Premiere-Sanierung wohl nicht allein zahlen ... hmmm, ob da jetzt die Fusion von Premiere und arenaSAT kommt ?
  3. AW: News Corp will Premiere-Sanierung wohl nicht allein zahlen Das ist definitiv ein Fall für den Steuerzahler.
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