Nokia kämpft erfolgreich gegen Krise

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Auf dem Weg aus der Krise: Der Handyanbieter Nokia hat geringere Verluste als noch im Vorjahr zu verzeichnen. Die Handy-Sparte soll aber dennoch Anfang 2014 verkauft werden. Dagegen schreiben die Netzwerk-Sparte und der Kartendienst Here schwarze Zahlen.

Der einstige Handy-Weltmarktführer Nokia kämpft sich mit einem Absatzschub bei seinen Lumia-Smartphones aus der Krise. Im dritten Quartal gab es unterm Strich zwar noch einen Verlust von 91 Millionen Euro, wie Nokia am Dienstag mitteilte. Im Vorjahresquartal war aber noch ein Riesen-Minus von 959 Millionen Euro aufgelaufen. Der Umsatz fiel um knapp 22 Prozent auf 5,66 Milliarden Euro. Nokia verkauft gerade seine Gerätesparte an Microsoft, der Deal soll Anfang 2014 abgeschlossen werden.
 
Nach der Vorstellung neuer Modelle konnte Nokia deutliche Zuwächse im lange schwachen Smartphone-Geschäft präsentieren. Es wurden 8,8 Millionen Lumia-Geräte verkauft – etwa drei Mal so viele wie im Vorjahreszeitraum. Selbst im Vergleich zum zweiten Quartal 2013 stieg der Absatz um knapp ein Fünftel. Allerdings wurde das Plus zu einem großen Teil vom günstigen Lumia 520 getragen, wie Nokia einräumte. Der durchschnittliche Gerätepreis sank daher binnen drei Monaten von 157 auf 143 Euro.
 
Damit liegt Nokia immer noch weit hinter den beiden größten Smartphone-Anbietern Samsung und Apple zurück. Die Südkoreaner kommen mit ihrem Mix aus billigen und hochpreisigen Geräten auf über 70 Millionen Smartphones pro Quartal. Apple verkaufte im dritten Quartal 33,8 Millionen seiner teuren iPhones. Nokia setzte Anfang 2011 auf Microsofts Windows Phone als Smartphone-Betriebssystem und konnte bisher nur schrittweise Marktanteile dazugewinnen.

Immerhin vermeldete Nokia jetzt einen Erfolg in den USA, wo die Finnen über Jahre keinen Fuß in die Tür bekamen. Der Geräteabsatz schoss von 500 000 noch im zweiten Quartal auf 1,4 Millionen hoch.
 
Nach dem Verkauf der Gerätesparte an Microsoft wird sich das Unternehmen mit dem Namen Nokia dramatisch verändern. Nach Zahlen des Jahres 2012 wird rund die Hälfte der Umsätze weg sein und etwa 32 000 Mitarbeiter werden zu dem Software-Riesen wechseln. Zuletzt arbeiteten für Nokia insgesamt rund 87 100 Beschäftigte – bereits über 18 000 weniger als noch vor einem Jahr.
 
Das neue Nokia wird dann hauptsächlich aus dem Netzwerkausrüster NSN und der Service-Sparte Here bestehen, die vor allem Kartendienste entwickelt. Bei dem bisherigen Siemens-Joint-Venture NSN übernahm Nokia im vergangenen Quartal den Anteil des bisherigen Partners Siemens. Der Netztechnik-Anbieter, der in den vergangenen Jahren Milliardenlöcher in die Bilanz gerissen hatte, verlor im Jahresvergleich gut ein Viertel seiner Umsätze, fuhr aber einen operativen Gewinn von 166 Millionen Euro ein.
 
Bei Here schrumpfte der Umsatz um ein Fünftel auf 211 Millionen Euro, es gab ein dünnes operatives Plus von 14 Millionen. Die Sparte verkaufte 2,6 Millionen neue Lizenzen für Auto-Dienste. [dpa/sho]

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