Österreich: ATV stört Digitalisierung und riskiert Lizenzentzug

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Wien – Die österreichische Medienbehörde Komm Austria will ATV die analogen Sendelizenzen für das Antennenfernsehen entziehen. Grund: Der ATV-Haupteigentümer Herbert Kloiber versucht damit, die Digitalumstellung zu kippen.

Ein diesbezügliches Verfahren soll die Komm Austria laut Angaben der Tageszeitung „Der Standard“ bereits eingeleitet haben. Kloiber versucht wohl, zusätzliche finanzielle Mittel für den defizitären Privatsender herauszuschlagen. Wie der Medienmanager gegenüber dem „Kurier“ bestätigte, wolle er die analogen terrestrischen Frequenzen im Moment nicht zurückgeben.

Dabei pocht Kloiber auf sein vertraglich fixierties Nutzungsrecht. „Was man uns ersatzweise anbietet, nämlich die terrestrische Digitalisierung, hat sich bisher als erfolglose Aktion herausgestellt“, verdeutlichte Kloiber den Grund seiner Vorgehensweise.
 
Im selben Atemzug bezeichnet Kloiber auch die Übertragungskosten, welche die ORF-Sendetochter für die Einspeisung der Sender in das neue digitale Sendenetz verlangt, als „Fantasiepreise“. Daran würdem auch Subventionen der Medienbehörde nichts ändern, so der ATV-Chef gegenüber dem „Kurier“.
 
Wie „Der Standard“ weiter unter Berufung auf Experten berichtet, würde die Digitalisierungsblockade wohl nur den Raum Graz treffen, da die anderen Regionen mit ORF-Frequenzen versorgt werden.
 
Nichts Neues gibt es derweil bei den Verkaufsverhandlungen von ATV, trotz der Ankündigung einer baldigen Klärung (DIGITAL FERNSEHEN berichtete). So ist also weiterhin nicht ganz klar, ob Herbert Kloiber seinen ATV-Anteil verkaufen oder aber alleiniger Besitzer des österreichischen Privatsenders werden wird. [lf]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

7 Kommentare im Forum

  1. AW: Österreich: ATV stört Digitalisierung und riskiert Lizenzentzug Da ATV im Mux A, dass bundesweit von allen Sendestationen verbreitet wird/werden wird (und redundant ausgelegt ist), sind die Kosten (zu) hoch. ATV hat deswegen bereits überlegt, nur im Ballungsraum-Mux B zu senden. Wenn zB. für Linz K37 nicht zurückgegeben wird, betrifft das aber genauso die ab Oktober geplante Ausstrahlung von Mux B. Wobei bei dessen vom ORF mitgetroffenen Programmauswahl trifft es einem dabei eh nicht hart...
  2. AW: Österreich: ATV stört Digitalisierung und riskiert Lizenzentzug ääh wie meinen? Was ist Mux A und Mux B
  3. AW: Österreich: ATV stört Digitalisierung und riskiert Lizenzentzug Ganz einfach: es gibt in Österreich wie auch in Deutschland zwei UHF Senderketten für Hochleistungssender. Auf Kette 1 sendete Jahrzehntelang ORF2. Die zweite Kette stand leer bis ATV diese für sich ergatterte (2003). Man hat die Lizenz für diese Frequenzen. Der neue DVB-T "MuxA" wie man in Österreich sagt (enthält ORF1,ORF2 und ATV) sendet über die Frequenzen von ORF2. Der "MuxB" (Inhalt weiterhin weitestgehend unbekannt) soll über die zweite Kette, bislang analog ATV, senden. ATV (aka Kloiber) wollte aber nie DVB-T und will jetzt die analogen Frequenzen "behalten" auch wenn man darüber nicht sendet. Anders gesagt: MuxB kann nicht starten. Das ist das Theater was in Österreich seit Einführung des privaten TV gespielt wird. Man kabbelt sich wo man nur kann. ATV stritt sich jahrelang mit dem ORF über die Nutzung der Sendeanlagen, jetzt streitet man eben munter weiter...
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