Österreich setzt auf DVB-T2 und Digitalradio per DAB Plus

7
22
Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
Anzeige

Die österreichische Regulierungsbehörde RTR erhofft sich durch den beginnenden Umstieg des digitalen terrestrischen Fernsehens von DVB-T auf das effizientere DVB-T2 eine Ausweitung des Programmangebots und HDTV per Hausantenne.

Anzeige

Auf der Vollversammlung der Arbeitsgemeinschaft „Digitale Plattform Austria“ in Wien präsentierte RTR-Geschäftsführer Alfred Grinschgl den Entwurf des dritten Digitalisierungskonzepts für Österreich. Die Verbreitung zusätzlicher terrestrischer Programmangebote sei „ein wichtiger Beitrag, Österreichs Identität in sehr umfassendem Sinne bestmöglich zu wahren“, äußerte Grinschgl.

Für digitales terrestrisches Fernsehen sind insgesamt drei bundesweite Multiplex-Plattformen vorgesehen. Ausgeschrieben werden MUX D und die neue Plattform MUX E als bundesweite Bedeckungen im Übertragungsstandard DVB-T2 bei einer Audio- und Videokomprimierung mittels MPEG4. Im selben Standard soll die Plattform MUX F gestaltet sein, die allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt ausgeschrieben wird. Damit stehe ausreichend Bandbreite auch für hochauflösende Fernsehsender bereit, hieß es.

Florian Philapitsch von der KommAustria äußerte sich im Rahmen des Digitalisierungskonzepts zu einem Einführungsszenario für digitalen terrestrischen Hörfunk. Die Behörde plane für den Betrieb von entsprechenden Multiplex-Plattformen auf Basis von DAB Plus insgesamt fünf bundesweite Bedeckungen mit unterschiedlichen Reichweiten (bundesweit, regional oder lokal).

Eine Ausschreibung seitens der KommAustria für digitale Radioangebote erfolge jedoch erst, wenn sich genügend Interessenten für eine vollständige Nutzung der Kapazitäten gefunden hätten, sagte Philapitsch und umriss das Henne-Ei-Problem mit einer Metapher aus dem Fußball-Bereich: „Mit anderen Worten: die Spielfelder werden bereits abgesteckt, der Anpfiff ertönt aber noch nicht.“[ar]

Bildquelle:

  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
Anzeige

7 Kommentare im Forum

  1. AW: Österreich setzt auf DVB-T2 und Digitalradio per DAB Plus Für 720p mehr als ausreichend auch bei 1080i mit 1440. Wird ja in Frankreich schon so praktiziert. Sogar mit 3 HDTV Programmen. Ihr vergesst auch immer die neuen Encoder.
  2. AW: Österreich setzt auf DVB-T2 und Digitalradio per DAB Plus Allerdings mehr als wenn die Sender bei DVB-T bleiben. DVB-T2 reduziert nunmal den Aufwand eine best. Bitrate pro TV-Kanal zu übertragen. Ist also letztlich für die Anbieter kostengünstiger. Mit DVB-T2 wären bis zu 32 MBit/s in einem Gleichwellennetz machbar. Mit DVB-T kommt man (mit ziemlichem Aufwand) lediglich auf 24 MBit/s pro Kanal.
  3. AW: Österreich setzt auf DVB-T2 und Digitalradio per DAB Plus Nach dem Motto "Planen wird man ja mal dürfen"... Außer HD-Versionen des ORF wird vermutlich keine große Nachfrage nach den Kapazitäten herrschen. Die großen (deutschen) Privatsender werden sich wieder zieren, fahren sie doch im Heimatland die ohnedies mickrige terrestrische Versorgung aus wirtschaftlichen Überlegungen weiter zurück. Da wird auch die Planung des ORS zu einer verschlüsselten Plattform nicht alllzuviel bewirken. Große Begeisterung wird man bei den terrestrischen Sehern nicht auslösen, wenn schon wieder die "eben angeschaffte" Hardware zu tauschen ist. DAB wurde in den Testgebieten Wien und Innsbruck eingestellt. Auch in Deutschland gibt es eine heftige Diskussion über die Wiederbelebung als DAB+. Da in Österreich ja keine Diskussionen über die Sicherheit des mobilen Empfangs bei +200 km/h herrschen sollte, wäre m.E. eine Ausstrahlung der Radiosender über DVB-T erfolgversprechender!
Alle Kommentare 7 im Forum anzeigen

Kommentieren Sie den Artikel im Forum