Offiziell: Bundeskartellamt untersagt Tele-Columbus-Übernahme

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Nachdem Kabel Deutschland bereits am Montag bekannt gab, dass dem Bundeskartellamt die gemachten Zusagen für die geplante Übernahme von Tele Columbus wohl nicht ausreichen werden, hat die Behörde der Fusion nun offiziell eine Absage erteilt.

Kabel Deutschland darf den kleineren Konkurrenten Tele Columbus nicht schlucken. Wie das Bundeskartellamt am Freitag bekannt gab, ist die Behörde nach intensiver Prüfung des Antrags zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Freigabe der Übernahme zu einer erheblichen Verschlechterung der Wettbewerbsbedingungen geführt hätte und der Fusion beider Unternehmen daher eine Absage erteilt.
 
Gerade in den neuen Bundesländern zähle Tele Columbus zu den wichtigsten Wettbewerbern der KDG, sodass gerade für die Wohnungswirtschaft mit dem Zusammenschluss vielerorts in Zukunft eine Alternative wegfallen würde. „Der Wegfall von Tele Columbus würde damit das bundesweite Oligopol der beiden großen regionalen Kabelnetzbetreiber weiter verfestigen“, erklärte dazu Bundeskartellamts-Präsident Andreas Mundt.

Kabel Deutschland hatte dagegen ins Feld geführt, dass der Konzern mit der Übernahme auch in Hessen und Nordrhein-Westfalen tätig werden und damit den Wettbewerb mit Unitymedia Kabel BW anfachen könne. Die Behörde teilte diese Ansicht allerdings nicht. Aufgrund laufender Verträge sei mit einem Vorstoß der KDG in näherer Zukunft nicht zu rechnen. Zudem könne der Konzern aus Unterföhring auch ohne eine Übernahme von Tele Columbus in besagten Gebieten aktiv werden, hieß es in der Begründung. Außerdem befürchtete das Bundeskartellamt, dass sich eine Zusage negativ auf den Einspeisemarkt – immerhin würde die KDG ihre Reichweite nicht unerheblich erhöhen – sowie den Signallieferungsmarkt auswirken würde.
 
Vorteile brächte die Fusion dagegen im Bereich von Telefonie und Internet, dessen Angebot im Wettbewerb mit der Deutschen Telekom verbessert werden könnte. Diese positiven Aspekte wiegen nach Ansicht der Behörde im Vergleich zu den erheblichen Struktur- und Wettbewerbsverschlechterungen in der TV-Versorgung aber nicht schwer genug, um die Übernahme freizugeben. Um diese zu beseitigen, hatte Kabel Deutschland sich bereit erklärt, die Tele-Columbus-Netze in Berlin, Dresden und Cottbus zu verkaufen. Zu wenig für die Kartellwächter, immerhin werde dadurch nicht einmal die Hälfte des erforderlichen Volumens erbracht. Zu weiteren Zusagen war Kabel Deutschland nicht bereit.
 
Die Entscheidung der Kartellwächter, die Übernahme von Tele Columbus zu untersagen, ist bisher noch nicht rechtskräftig. Beide Unternehmen haben einen Monat Zeit Beschwerde einzulegen, über die dann das OLG Düsseldorf entscheiden würde. [fm]

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16 Kommentare im Forum

  1. AW: Offiziell: Bundeskartellamt untersagt Tele-Columbus-Übernahme War klar, nur was ist damals mit UM und KBW gelaufen? Das ging doch nicht mit rechten Dingen zu.
  2. AW: Offiziell: Bundeskartellamt untersagt Tele-Columbus-Übernahme Hätte KD die GRundverschlüsselung aufgehoben als es verlangt wurde und die ÖR HD Sender eingespeist, ja dann waere die Entscheidung anders ausgefallen. Man kann nicht immer Kampfansagen machen und darauf hoffen das es keine Auswirkungen hat, grade wenn man was neues kaufen will und auf das wohl wollen des Kartellamtes angewiesen ist Selber Schuld KD
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