Panasonic rechnet erneut mit gewaltigem Verlust

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Panasonic sieht tiefrot: Auch im laufenden Jahr wird es statt des versprochenen Gewinns einen Mega-Verlust geben. Die einst glorreiche japanische Elektronik-Branche kämpft mit schweren Problemen.

Der japanische Elektronik-Konzern Panasonic erwartet im zweiten Jahr in Folge einen riesigen Verlust. Nach dem Rekordminus des Vorjahres soll der Fehlbetrag wieder fast genauso hoch ausfallen. Der Verlust in dem noch bis Ende März laufenden Geschäftsjahr dürfte 765 Milliarden Yen (7,4 Mrd Euro) erreichen, kündigte das Unternehmen am Mittwoch in Tokio an.
 
Der Großteil der erwarteten Verluste fiel schon in dem Ende September abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal an. Es gab ein Minus von knapp 698 Milliarden Yen (rund 6,77 Mrd Euro).
 
Eigentlich hatte Panasonic diesmal einen Gewinn von 50 Milliarden Yen in Aussicht gestellt. Allerdings verhagelten Wertberichtigungen, Sanierungskosten und die schwächere Nachfrage nach Elektronikgeräten nun doch wieder die Bilanz, hieß es. Der Rekordverlust im vergangenen Geschäftsjahr lag bei 772 Milliarden Yen.

Der Jahresverlust wird damit dramatisch höher ausfallen als am Markt noch wenigen Stunden zuvor erwartet. Von der Finanznachrichtenagentur Bloomberg befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Minus von 24,7 Milliarden Yen gerechnet.
 
Den Großteil der roten Zahlen machen Sanierungskosten und Abschreibungen aus. Sie sollen auf bis zu 440 Milliarden Yen statt der zuvor erwarteten 41 Milliarden steigen. Erstmals seit den 50er Jahren soll es keine Dividende geben.
 
Panasonic baute in den vergangenen Quartalen fast 40 000 Arbeitsplätze ab. Das Unternehmen wird aber auf breiter Front von den Umwälzungen in der Elektronik-Branche getroffen. Die Nachfrage im Kerngeschäft mit TV-Geräten bleibt aber weiterhin schwach und damit kommt auch Panasonic nicht in Gang. Zudem leidet der Handy-Bereich unter der Konkurrenz mit erfolgreicheren Rivalen wie Samsung oder Apple. Und die Flaute im PC-Markt bremst den Absatz von Akkus etwa für Notebooks. Im vergangenen Quartal sank der Umsatz um zwölf Prozent auf 1,82 Billionen Yen (17,6 Mrd Euro).
 
Die japanische Elektronik-Branche kämpft quer durch die Bank mit schweren Problemen. Auch Panasonics Rivalen wie Sony oder Sharp stecken in roten Zahlen fest. Neben den strukturellen Schwierigkeiten durch die Abhängigkeit vom Geschäft mit TV-Geräten macht ihnen auch der starke Yen schwer zu schaffen. [dpa]

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20 Kommentare im Forum

  1. AW: Panasonic rechnet erneut mit gewaltigem Verlust 7,5 Milliarden Euro Verlust und das zum zweiten Mal in Folge?! Da wären andere Firmen schon längst pleite. Offenbar haben sie also genug Reserven.
  2. AW: Panasonic rechnet erneut mit gewaltigem Verlust Naja, im Bericht steht auch sie haben 40.000 Stellen abgebaut. Aber auch andere japanische Konzerne haben Probleme, die erfolgreiche Konkurrenz sitzt eher in Südkorea oder Taiwan. Ein Problem für die Japaner ist sicher das Verhältnis zu China. Wer heute billig produzieren will, der produziert in China. Der Markt dort ist für japanische Firmen aber schwer zugänglich.
  3. AW: Panasonic rechnet erneut mit gewaltigem Verlust Tja , falsche Marketingentscheidungen vielleicht ? Wer will schon einen teuren HD Recorder mit Blu-ray Laufwerk haben, mit dem man dann legal nur unverschlüsselte Sender aufnehmen kann weil die Panasonic Ingenieure so clever waren dort die Aufnahmeverhinderungsschnittstelle CI+ einzubauen ? Meine Wahl war jedenfalls dieses mal kein Panasonic Gerät mehr, sondern ich habe einen Hersteller bevorzugt der auch die standardisierte normgerechte CI Schnittstelle eingebaut hat und habe daher auch keine Probleme HD Sender aufzunehmen, auch wenn diese verschlüsselt sind. Mit einer dem Standard entsprechenden Schnittstelle läßt sich das halt vollkommen legal realisieren. Will man das mit dem Panasonic realisieren braucht man halt aus dunklen Internetbereichen die illegale Software für ein Modul und muß diese auch selber aufspielen. Das wäre für mich zwar kein Problem gewesen, aber warum in die Illegalität abrutschen wenn es mit einem anderen Gerät vollkommen legal funktioniert ? Außerdem birgt der nicht dem Standard entsprechende CI+ Schacht immer noch die Gefahr das die Module mit der illegalen Software drauf einfach per Host Shunning Flag unbrauchbar gemacht werden. Ich möchte da schon selbst über mein Eigentum bestimmen können und die Steuerung der Geräte nicht an Dritte abgeben.
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