Pay-TV-Markt in Europa ist auf Wachstumskurs

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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London/Berlin – Eine neue Studie der Medienforschungsinstitute Screen Digest und Goldmedia zeichnet ein hoffnungsvolles Bild für den europäischen Pay-TV-Markt.

Die Wachstumsaussichten der Pay-TV-Anbieter sind positiv und, wie die Studie zeigt, sogar nachhaltiger als zu Zeiten des Pay-TV-Booms Ende der neunziger Jahre.
 
Das Wachstum der Pay-TV-Abonnentenzahlen hatte sich in Europa nach dem Start der ersten Digital-TV-Plattformen in den Jahren 1996 bis 1998 kontinuierlich abgeschwächt. Jetzt ist zum ersten Mal wieder ein deutlicher Aufschwung zu verzeichnen. Während im Jahre 2003 in Europa insgesamt 1,3 Millionen neue Abonnenten hinzu kamen, werden es Ende 2004 mit 2,6 Millionen schon doppelt so viele sein. Bis zum Jahr 2008 sollen in Europa 94,4 Millionen Haushalte Pay-TV nutzen – verglichen mit den 82,4 Millionen Haushalten Ende 2003 ist dies eine Steigerung um immerhin 13 Prozent.

Immer mehr Abonnenten empfangen Pay-TV auf digitalem Wege. Noch 2003 lag der Anteil von Digitalhaushalten am Pay-TV-Markt bei unter einem Drittel. Im Jahre 2008 soll der Anteil auf rund 58 % der Haushalte angewachsen sein. Der Umstieg von analogen zu digitalen Abonnements wird vor allem durch zwei Faktoren angetrieben: Zum einen gibt es ein immer größeres Angebot an preiswerten Set-Top-Boxen. Zum anderen haben die Kabelnetzbetreiber ihre Angebote erweitert und ihre Aktivitäten deutlich erhöht. Sind gegenwärtig nur 6 % der europäischen Kabelhaushalte digitalisiert, werden es 2008 bereits 36 % sein.
 
Die Studie bescheinigt beiden Übertragungswegen, sowohl Kabel als auch Satellit, bessere Entwicklungschancen. Große Kabelnetzbetreiber wie beispielsweise „United Global Com“, „NTL“ oder „Telewest“ in England haben Umstrukturierungsprozesse hinter sich, investieren wieder und verstärken vor allem ihre Marketingaktivitäten. Auch in Frankreich und Deutschland setzten neue Eigentümer Konsolidierungsprogramme durch und sind mit offensiven Plänen für Digital-TV und Breitband-Internet im Markt aktiv. In Italien hat sich „Fastweb Network“ als führender europäischer ADSL Video Service positioniert.
 
Auch die Konsolidierung der DTH-Satelliten-Plattform in Spanien ist abgeschlossen und „Digital Plus“ wird ab Ende 2004 wieder auf Wachstumskurs sein. „Sky Italia“ hat 2004 schon mehr Abonnenten, als die beiden Vorgänger-Plattformen zu den besten Zeiten je gehabt haben. In Frankreich trennte sich die „Canal Plus“ Gruppe von ausländischen Units und konnte damit die Bilanzen aufbessern. Zudem ist die Zahl der Premium-Abonnenten in 2003 zum ersten Mal seit vier Jahren wieder angestiegen.
 
Der deutsche Pay-TV-Markt sieht sich vielen strukturellen Problemen gegenüber und ist in seinen Entwicklungsmöglichkeiten eingeschränkter als andere europäische Länder. Über 90% der Haushalte in Deutschland empfangen bis zu 35 deutschsprachige Free-TV-Kanäle. Darunter sind auch Spartenprogramme wie etwa Sport- oder Kinderkanäle, die in anderen Ländern nur per Pay-TV erhältlich sind. Und dennoch wird sich die zunehmende Digitalisierung des Fernsehempfangs positiv auf den deutschen Pay-TV-Markt auswirken. Screen Digest prognostiziert für Deutschland bis 2008 rund fünf Millionen digitale Pay-TV-Abonnenten und damit eine Steigerung von 70% gegenüber knapp drei Millionen Abonnenten im Jahre 2003.
 
Weitere Informationen zur Studie finden Sie unter Goldmedia. [lf]

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