Phoenix: Die Nachrichtenmacher der anderen Sorte

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Außergewöhnlich und einzigartig wie der sagenumwobene Vogel – das ist Phoenix. Der Spartensender sieht seinen Erfolg nicht in Scripted-Reality-Formate und Casting-Shows, sondern in Live-Übertragungen aus dem Bundestag. Ein Grund für DIGITAL FERNSEHEN genauer hinzuschauen.

Der Spartensender mit Besonderheiten

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Am 7. April 1997 startete mit Phoenix ein außergewöhnlicher Sender. Ohne Blockbuster, Serien-Abend und Boulevard-Magazine, dafür mit ausführlicher Liveberichterstattung aus dem Parlament. Ungewöhnlich für die deutsche TV-Landschaft setzte der Kanal von ARD und ZDF neben den Übertragungen von Politik-Debatten, auf Dokumentationen und Gesprächssendungen.
 
Der Sender hat neben seinem Programmkonzept noch eine weitere Besonderheit gegenüber der Konkurrenz. Phoenix, als Gemeinschaftsprojekt der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, wird von zwei gleichberechtigten Programmgeschäftsführern geleitet. So stellt die ARD Michael Hirz und das ZDF entsendet Christoph Minhoff.
 
Beide sehen Entwicklung ihres Senders als positiv. „In den vergangenen Jahren ist Phoenix deutlich schneller, moderner und flexibler geworden.“ Damit sei der Sender gut aufgestellt für den wachsenden Wettbewerb im digitalen Fernsehmarkt.Live-Berichterstattung als Markenzeichen

 
Wie zum Beginn vor 14 Jahren ist die Live-Berichterstattung ein Markenzeichen von Phoenix, „was in der deutschen Fernsehlandschaft einzigartig ist“, betont Michael Hirz. Der Geschäftsführer erinnert an die Übertragung der Stuttgart-21-Schlichtung im vergangenen November mit „fast 80 Stunden live, weit über 5 Millionen Zuschauer und Quoten in der Spitze von über 5 Prozent“.
 
Um den Zuschauern jedoch die Hintergründe der Geschehnisse aufzuzeigen, bedürfe es der journalistischen Einordnung, meint Christoph Minhoff. Deshalb habe sich Phoenix weiter zu einem Sender für Schwerpunkt-Themen entwickelt. Dazu biete das Programm zu einem aktuellen Ereignis verstärkt weitergehende Informationen.
 
Die inhaltliche Einordnungen durch Experten oder Reporter vor Ort, Gesprächsrunden und ergänzende Dokumentationen oder Reportagen runden das Angebot ab, so dass der Zuschauer die Möglichkeit habe, sich „das ganze Bild“ zu machen, führte Michael Hirz weiter aus. Zusätzlich übernimmt Phoenix  „Tagesschau“ und „heute journal“ von den Mutterhäusern. Beide Nachrichtenformate präsentiert der Kanal zusätzlich mit Sprachdolmetschern, so dass auch gehörlose und hörbehinderte Zuschauer die Meldungen verfolgen können.Die Gunst der Zuschauer steigt

 
Die Nutzer honorieren die Bemühungen des Senders. Christoph Minhoff verweist zum Beweis auf die wachsenden Marktanteile in den letzten Jahren. Zwischen 2004 und 2010 habe Phoenix seinen Marktanteil verdoppelt, und das bei zunehmender Konkurrenz. Von 0,5 Prozent Marktanteil im Jahr 2004 sei die Akzeptanz kontinuierlich auf 1,1 Prozent im ersten Halbjahr 2011 gestiegen, analysierten die Geschäftsführer.
 
Vor allem die Berichterstattung über herausragende Ereignisse steht in der Gunst der Zuschauer weit oben. Aber auch Dokumentationen und Reportagen finden Anklang, zeigt sich Michael Hirz zufrieden. So habe man durch kontinuierliche Veränderungen im Programmschema neue Zuschauer herangeführt.
 
Bei der Organisation des Programmes kann Phoenix im redaktionellen Tagesgeschäft unabhängig von ARD und ZDF agieren, beschreiben beide Verantwortliche ihre Arbeit. Aber so ganz ohne die Mutterhäuser geht es dann auch nicht. So greife Phoenix sowohl auf den Ereignisstrecken als auch bei den Dokumentationen und Reportagen auf ARD und ZDF zurück. Zudem trägt das Korrespondentennetz im In- und Ausland der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten zum Gelingen des Programms bei, verraten die Programmgeschäftsführer. „Phoenix macht die Nachricht“

 
Wichtig ist den Verantwortlichen die Abgrenzung zu anderen Free-TV-Angeboten. So sei Arte viel stärker ein Kultursender mit einem breiten Angebot auch an Spielfilmen, die bei Phoenix völlig fehlen würden. N-TV sei im Gegensatz zum eigenen Sender ein Nachrichtenkanale der von Nachrichtenblöcken aus Politik und Wirtschaft geprägt sei.
 
Die Abgrenzung zur Konkurrenz und das Besondere am Sender lässt sich aber auch kurz und bündig mit den Worten der Programmgeschäftsführer erklären: „Phoenix ist kein Nachrichtenkanal. Phoenix macht die Nachricht“.
 
DIGITAL FERNSEHEN stellt Ihnen an dieser Stelle regelmäßig Spartensender aus der TV-Landschaft vor. Die Vorstellung von Comedy Central lesen Sie hier. 
 
Update 23. August 15.08 Uhr: Kleineren Fehler nach Mitteilung von Phoenix beseitig.
[frt]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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7 Kommentare im Forum

  1. AW: Phoenix: Die Nachrichtenmacher der anderen Sorte Davon ist im Programm aber nichts zu merken. Von Flexibilität konnte ich da jedenfalls nichts feststellen. Live-Ereignisse werden jedenfalls weitgehend nach wie vor ins normale ARD- und/oder ZDF-Programm eingeschoben. Wirklich sehr flexibel von Phoenix. Die Übertragung der Stuttgart21-Schlichtung war da nur die (löbliche) Ausname, die die Regel bestätigt. Gut geklaut bzw. abgeschaut bei Arte. Für mich ist die Idee welche hinter Phoenix steht gut, die Umsetzung aber ziemlich mau. Da gibts noch viel zu verbessern.
  2. AW: Phoenix: Die Nachrichtenmacher der anderen Sorte Sehe ich genauso. Als Dokukanal wird phoenix immer brauchbarer, aber der Titel "Ereigniskanal" ist absolut nicht treffend, da, wie Du es ja sagst, die Ereignisse nicht auf phoenix stattfinden...
  3. AW: Phoenix: Die Nachrichtenmacher der anderen Sorte Was ist mit "schneller geworden" gemeint? Einstündige Dokus in 45 Minuten abnudeln?
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