Premiere: Investorenfreundliche Aktienpreise

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Der Pay-TV-Anbieter Premiere kommt mit seinem Aktienpreis, dessen obere Preisspanne unter 30 Euro liegen soll, den Anlegern entgegen.

Ursprünglich waren bis 32 Euro im Gespräch. Wie die Financial Times Deutschland schreibt, kämen stattdessen weit mehr Aktien an den Markt als einst vorgesehen. Insgesamt sollen „deutlich über“ 30 Millionen Aktien emittiert werden, davon zehn Millionen aus einer Kapitalerhöhung. Premiere reagiert damit auf die Preissensibilität der Anleger. Am Dienstag wird der Sender Details zu seinem Angebot bekannt geben.
 
Die Aktien, die Premiere beim Börsengang verkauft, stammen zum Teil aus dem Bestand der Altaktionäre, zum Teil aus einer Kapitalerhöhung, ist weiter in der Financial Times Deutschland zu lesen. Das gesamte Emissionsvolumen soll bis zu 1 Mrd. Euro betragen. Das Geld wird dem Unternehmen zufließen, um damit Altschulden zu bezahlen. Besonders kritisch haben sich deutsche Fonds bereits im Vorfeld darüber geäußert, wie viele Aktien Senderchef Georg Kofler beim Börsengang verkaufen werde. Nach Angaben aus Finanzkreisen sollen es so viele Stücke sein, dass er seine Kredite aus der Übernahme der Premiere-Anteile zurückführen kann. Kofler gehören gut 14 Millionen Aktien.
 
Dass der Börsengang durchgezogen wird, darin sind sich die Experten einig. Ein Fondsmanager bei der Deka wirft auch Koflers guten Ruf am Kapitalmarkt in die Waagschale. Dennoch sei die langfristige Entwicklung des Pay-TV-Senders mit Unwägbarkeiten verbunden. „Quasi jeder Deutsche hat bereits ein vernünftiges Free-TV-Angebot“, so der Finanzexperte. „Daher ist fraglich, ob Premiere die anvisierten Abozahlen wirklich erreicht.“ Aber die Deutschen haben Nachholbedarf in Sachen Pay-TV – bis 2015 könnte Deutschland immerhin auf gut 17 Prozent kommen, schätzen etwa die Analysten der Hypovereinsbank. Zudem hat es Kofler trotz aller Skepsis immerhin auf 3,25 Millionen Abonnenten gebracht. Allerdings hat sich der Sender dafür kräftig anstrengen müssen: 184 Euro investierte Premiere 2004 in die Gewinnung jedes Neukunden, 6 Prozent mehr als 2004 – der durchschnittliche Umsatz je Kunde liegt bei 286 Euro. [mg]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

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