Premiere: „Kein Verschlüsselungssystem ist auf ewig sicher“

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Leipzig – Premiere ist nach eigenen Angaben wieder sicher. DIGITAL FERNSEHEN hatte ausführlich darüber berichtet.

DF informierte darüber, das das alte Verschlüsselungssignal abgeschaltet wurde und alle Smartcards für den Einsatz der neuen Verschlüsselungssysteme von Nagravision und NDS Videoguard ausgetauscht wurden. Im Interview mit DIGITAL FERNSEHEN spricht Dr. Andreas Rudloff, Leiter CA-Sicherheit bei Premiere, über den Sachverhalt.

DIGITAL FERNSEHEN: Herr Rudloff, Premiere hat mit dem Abschalten der alten Nagravision-Verschlüsselung verkündet wieder vollständig sicher zu. Was heißt das für Kunden und Schwarzseher?
 
Andreas Rudloff: Premiere hat seit 10. November ausschließlich die neusten Versionen der sichersten Verschlüsselungssysteme der Welt im Einsatz. Schwarzseher sehen seitdem kein Premiere mehr. Unsere Programme können nur noch Premiere Abonnenten sehen.
 
DIGITAL FERNSEHEN: Es ist zu erwarten, dass die illegalen Hacker nicht die Hände in den Schoß legen werden. Wie wollen Sie die momentane Sicherheit auf Dauer gewährleisten? Wird es einen regelmäßigen Smartcard-Tausch geben?
 
Andreas Rudloff: Zusammen mit unseren Dienstleistern ist uns sehr wohl bewusst, dass kein Verschlüsselungssystem der Welt auf immer und ewig sicher ist. Ein sicheres Verschlüsselungssystem hat dennoch für uns höchste Priorität und wir werden alles dafür tun, in diesem Katz-und-Maus-Spiel die Oberhand zu behalten. Maßnahmen und Möglichkeiten werden wir aber aus sicherheitstechnischen Gründen nicht in der Öffentlichkeit diskutieren.
 
DIGITAL FERNSEHEN: Premiere hatte vor einiger Zeit eine einstweilige Verfügung gegen den Hersteller Zehnder erwirkt. Werden oder sind andere Receiverhersteller betroffen, wenn ja, welche?
 
Andreas Rudloff: Ich bitte um Verständnis dass ich Ihnen dazu derzeit kann keine Details nennen kann. Premiere wird aber auch weiterhin gegen jegliche Piraterieversuche juristisch und technisch vorgehen.
 
DIGITAL FERNSEHEN: Wenn Kunden von Premiere weiterhin auf CI-Module setzen, welche technischen Voraussetzungen müssen diese Module mitbringen, damit die Sicherheitsvorgaben von Premiere in Richtung Hackersicherheit erfüllt werden?
 
Andreas Rudloff: Nach unseren AGBs sind nicht zertifizierte Receiver oder Module grundsätzlich nicht für den Premiere-Empfang erlaubt. CI-Module müssten in erster Linie die an uns gerichteten medien- und lizenzrechtlichen Vorgaben zu Jugendschutz und Kopierschutz erfüllen. Selbstverständlich muss auch die Sicherheit unserer Verschlüsselungssysteme gewährleistet sein. Erst dann wären die grundlegenden Voraussetzungen für eine Zertifizierung gegeben. Derzeit erfüllt aber keines der nicht zertifizierten Geräte die Voraussetzungen.
 
DIGITAL FERNSEHEN: Herr Rudloff, vielen Dank für das Gespräch. [mw]

Das Interview gibt die Meinung des Interviewpartners wieder. Diese muss nicht der Meinung des Verlages entsprechen. Für die Aussagen des Interviewpartners wird keine Haftung übernommen.

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

30 Kommentare im Forum

  1. AW: Premiere: "Kein Verschlüsselungssystem ist auf ewig sicher" Na super, ein völlig nichtssagendes Interview!
  2. AW: Premiere: "Kein Verschlüsselungssystem ist auf ewig sicher" Der Mann muss drei volle Jahre geschlafen haben. Dass er seitdem nicht beim Friseur war, unterstreicht diese Vermutung. :-)
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