Produzenten wollen ihr Programm nicht mehr in der ZDF-Mediathek

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Beim gestrigen Produzententag in Berlin stellte sich ZDF-Intendant Thomas Bellut rund 280 Produzenten. Es ging besonders um die ZDF-Mediathek. Deren Inhalte sind der Produzentenallianz ein Dorn im Auge.

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Schon im Frühjahr brachte die Produzentenallianz einen Forderungskatalog an die Politik heraus. Darin war das wichtigste Anliegen die Beschränkung der Mediatheken von ARD und ZDF. Durch die kostenlosen Angebote sehen die Produzenten nämlich ihr Geschäftsmodell beeinträchtig.

 „Je länger Programme unentgeltlich in der Mediathek angeboten werden, desto schwerer wird es, sie wirtschaftlich erfolgreich auszuwerten“, sagt die Allianz dazu. Nach ihrem Willen sollen nämlich auch Co-Produktionen genauso wie lizensierte Produktionen nicht mehr online angeboten werden.
 
Am gestrigen Produzententag nahm ZDF-Intendant Thomas Bellut die Gelegenheit wahr und erklärte den rund 280 Produzenten, wie wichtig man eine wettbewerbsfähige Mediathek halte.
 
„Die Zukunftsfähigkeit des ZDF hängt entscheidend von der Mediathek ab. Ein attraktives Onlineangebot folgt den Nutzerbedürfnissen und bietet den Produzenten neue Formen der Zusammenarbeit“, so Bellut.
 
Weiter führte er in Berlin aus, dass die Mediathek auch den TV-Produzenten etwas bringe. So hatte sich das ZDF mit den Produzenten bereits auf eine bessere Kompensation der längeren Nutzungszeiten in der Mediathek geeinigt. Außerdem werde man weiterhin mit den Produzentenverbänden Gespräche führen.

[tk]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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7 Kommentare im Forum

  1. Wow. Die Produzenten, welche für das ZDF produzieren, scheien gleich in vielerlei Hinsicht (Content, Vorstellungen bezüglich der Distribution) in ihrer eigenen Welt zu leben. Wieso produzieren sie nicht einfach für die Privaten, wenn sie sich von den Öffentlich-Rechtlichen übervorteilt fühlen. Es hat schon seinen Grund, warum die großen Networks in den USA fast nur noch von ihren eigenen Produktionsstudios kaufen, wo sie die ganze Vermarktungskette im Griff haben.
  2. Weniger Verwertungsrechte für ZDF, weniger Geld für die Produzenten. Dann sollen sie sehen, ob sie mit der Eigen-Verwertung ihrer Auftragsarbeiten im Internet oder durch DVDs etc. mehr Geld verdienen können, als die Minderung der Zahlungen durch ZDF ausmacht. Wenn mir ein Autohändler einen Wagen mit den Worten "Aber Sonntags will ich ihn selber fahren" verkauft, würde ich ihm auch nicht den vollen Preis bezahlen .... Vom energetischen Standpunkt halte ich das dadurch bedingte Ausdünnen der Mediathek für bedenklich, wenn dadurch wieder vermehrt die Leute anfangen, ihre PCs mit TV-Karten für eigene Aufnahmen durchlaufen zu lassen, statt sie abzuschalten ...
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