Programmänderungen: Deutsche Welle setzt auf moderne Inhalte

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Der deutsche Auslandsrundfunk Deutsche Welle will am 1. Juli mit seinen angekündigten Programmveränderungen beginnen. Neben der weitgehenden Einstellung seiner Ausstrahlung über Kurzwelle wird der Sender zukünftig auf moderne Inhalte setzen, die über das Internet verfügbar sein sollen.

Der unter Sparzwang stehende Auslandssender Deutsche Welle (DW) startet am 1. Juli mit den geplanten Änderungen seines Programms. Die herkömmliche Radioausstrahlung über Kurzwelle wird weitgehend eingestellt – mit Ausnahme in Afrika und in wenigen Regionen Asiens. Diese Radiosendungen laufen meist ins Leere, weil die Hörer mittlerweile fehlen. Die eingesparten Mittel will der Sender für den Ausbau und die Regionalisierung des DW-Fernsehens und die Stärkung der Online- und Mobilangebote einsetzen. 

Die Reform ermögliche den weiteren Umbau des Auslandsrundfunks zu einemmodernen Multimediaunternehmen, teilte der Sender am Mittwoch in Bonnmit. Die Änderungen sind Teil der bis 2013 geplanten strategischenNeu-Ausrichtung des Senders.
 
Betroffen vom Ende der Kurzwellenausstrahlung sind Programme in Fremdsprachen für Asien, Ost-, Mittel- und Südosteuropa sowie in deutscher Sprache. In Bulgarisch, Griechisch, Kroatisch, Mazedonisch, Polnisch und Rumänisch wird ebenfalls die UKW-Ausstrahlung eingestellt. Das KW-Programm in Chinesisch wird von 120 Minuten auf 60 Minuten reduziert.
 
Im Radiobereich setzt die DW künftig auf moderne Module, die sowohl UKW-tauglich und damit zur Ausstrahlung über Partner geeignet sind als auch „on-demand“ vor allem über das Internet oder mobile Empfangsgeräte angeboten werden können.
 
In Mittel- und Südosteuropa will die Deutsche Welle künftig – jeweils in den Landessprachen – mehr regionale TV-Magazine ins Programm nehmen, die über Partnersender verbreitet werden, sowie das Online-Angebote ausbauen. Im Fernsehen soll es zwei Ausstrahlungskanäle pro Region geben. Damit sollen deutschsprachige Zuschauer mit einem vorwiegend deutschsprachigen Kanal und nicht-deutschsprachige Zuschauer je nach Region mit einem englischen, spanischen oder arabischen Programm versorgt werden.
 
Der Bundestag hatte der neuen Strategie im April 2011 unter dem Diktat eines Sparetats zugestimmt. Die DW wird aus dem Bundeshaushalt finanziert und soll als Sprachrohr Deutschlands in der Welt fungieren. Ziel der Reform ist ein multimedialer Sender mit Konzentration auf Schwerpunktregionen. Dazu zählen Subsahara-Afrika, Nahost, Iran und Nordafrika, China, Südasien und Afghanistan, Russland und Lateinamerika. Der vor 60 Jahren gegründete Sender produziert seine Programme heute in Bonn und Berlin.
 
Bei den Finanzen gibt es beim deutschen Auslandsrundfunk insgesamt wenig Luft. Im April sagte Pressesprecher Johannes Hofman, dass Im Jahr 2011 die Anstalt rund 273 Millionen Euro aus dem Bundesetat erhält (DIGITAL FERNSEHEN berichtete). Für 2012 sei mit weniger Geld zu rechnen. Einen massiven Stellenabbau werde es nicht geben, versicherte Hoffmann damals.
 
Für Spekulationen, am ersten Standort Bonn könnten die Lichter ausgeknipst werden, gebe es keinen Anlass. Treffen dürfte es vor allem die freien Mitarbeiter. Für den Sender arbeiten weltweit rund 1 500 Feste und weitere 3 000 Freie. [dpa/rh]

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6 Kommentare im Forum

  1. AW: Programmänderungen: Deutsche Welle setzt auf moderne Inhalte Na also geht doch, unsere Stoßgebete wurden erhört. Jetzt wird die DW nach jahren endlich ihrem Auftrag gerecht, Auslandsdeutsche mit Nachrichten und Infos zu versorgen. Bin mal gespannt auf welchen Sats der neue Auslandskanal zu sehen sein wird. Vorallem spannend wird auch der inhalt sein, ab besten währe wohl man übernimmt 50& von ARD/ZDF/3SAT und den Rest übernimmt man von den existierenden DW sendungen in Deutsch. Das ist doch mal was! Gründe gibt es genug dafür! Edit:
  2. AW: Programmänderungen: Deutsche Welle setzt auf moderne Inhalte Würde DW-TV jetzt nur noch wieder auf Astra senden, wäre alles super.
  3. AW: Programmänderungen: Deutsche Welle setzt auf moderne Inhalte Und noch besser wäre, wenn Kabelnetzbetreiber DW wieder Einspeisen dürfen!
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