Rentenreform bei der Deutschen Welle

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Der deutsche Auslandsrundfunk Deutsche Welle will die Renten seiner ehemaligen Mitarbeiter beschneiden. 13 Prozent aus dem Etat der deutschen Welle fließen derzeit in die Altersbezüge.

Ganze 13 Prozent ihres aus öffentlichen Geldern finanzierten Etats benötigt der deutsche Auslandssender Deutsche Welle, um die Rentenversorgung seiner ehemaligen Mitarbeiter zu finanzieren. Doch damit soll nun Schluss sein. Gegenüber dem „Handelsblatt“ kündigte Deutsche-Welle-Verwaltungsdirektorin Barbara Massing einen Sparkurs bei den Rentenbezügen an. Die eingesparten Gelder sollen dem Programm der Deutschen Welle zugutekommen.

2016 belaufen sich die Ausgaben, die der deutsche Auslandsrundfunk für die Renten seiner ehemaligen Mitarbeiter aufbringen muss, auf 34,1 Millionen Euro, 2017 sollen es schon 36,7 Millionen sein. Der Gesamtetat des Auslandssenders beläuft sich dabei im kommenden Jahr auf 284 Millionen Euro. Erst Anfang des Jahres hatte die Bundesregierung die Aufstockung des Etats bewilligt. Die der Erhöhung vorangegangene Sparpolitik des Deutsche-Welle-Intendanten Peter Limbourg hatte intern zu heftiger Kritik geführt.

Laut der Verwaltungsdirektorin der Deutschen Welle plant der Auslandsrundfunk nun weitere finanzielle Einschnitte und will die Rentenversorgung seiner Mitarbeiter an die Bezüge des öffentlichen Dienstes anpassen. Auch sollen sich Gehaltssteigerungen künftig nicht mehr auf die Rentenbezüge auswirken, eine Abkopplung von diesen ist vorgesehen. „Wir wollen, dass die nach dem alten Versorgungssystem zugesagten Renten, die wesentlich höher liegen als die heutigen Rentenzusagen, jährlich nur ein Prozent steigen“, erklärte Massing gegenüber dem „Handelsblatt“. „Das aber verlässlich.“

Allerdings soll die Rentenreform der Deutschen Welle  erst für Neu-Rentner gelten, derzeitige Rentenbezieher sollen von der neuen Regelung unberührt bleiben.
 
Auf Gewerkschaftsseite hat sich jedoch massiver Widerstand formiert. Dabei spricht sich die Gewerkschaft nicht nur gegen die derzeitigen Planungen aus, sondern fordert statt dessen eine mit der ARD vergleichbare Regelung. Hier erhalten ehemalige Mitarbeiter noch höhere Rentenbezüge als bei der Deutschen Welle. [kw]

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2 Kommentare im Forum

  1. Nachträglich eine zuvor vereinbarte Leistung streichen zu wollen ist irgendwie immer unfair und wohl auch rechtlich schwierig umzusetzen. Aber wenn man die Mitarbeiter gleich nur überwiegend in einem normalen Angestelltenverhältnis beschäftigt hätte, dann hätte man das Problem jetzt erst garnicht.
  2. Deswegen geht es ja auch um die zukünftigen Ehemaligen. Sehr selten trifft es die Generation der Beschließenden.
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