Schleswig-Holstein eröffnet Mediatage Nord 2008

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Kiel – Die Mediatage Nord 2008 wurden heute von Uwe Döring, Minister für Justiz, Arbeit und Europa des Landes Schleswig-Holstein, eröffnet.

Gemeinsam mit den Koordinatoren ließ er Angaben der Veranstalter zufolge die Mediatage Nord 2008 symbolisch online gehen. „Die Digitalisierung schafft schier grenzenlose Möglichkeiten von Datensammlung, Datenaufbereitung, Datenverbreitung. Fast alle Bereiche unseres täglichen Lebens sind inzwischen grenzenlos digitalisiert“, griff der Minister das Motto der diesjährigen Mediatage Nord „grenzenlos digital“ auf.

Dabei setzt sich die Industrie- und Handelskammer (IHK) Schleswig-Holstein für den Ausbau und die Verbesserung der notwendigen Versorgung des Landes mit einer bedarfsgerechten Breitbandinfrastruktur ein. Prof. Dr. Rohwer begrüßte das Engagement der Landesregierung, unterversorgte Gebiete zu Breitbandanschlüssen zu verhelfen.
 
Er betonte aber: „Wir appellieren an die Landesregierung, an dem aktuell festgesetzten einen Megabit pro Sekunde als Mindestübertragungsrate nicht zu lange festzuhalten, damit es nicht schon bald ebenso überholt ist wie die Vorgaben des Bundes.“ Dessen Vorgaben seien mit einer geforderten Übertragungsrate von nur 128 Kilobit pro Sekunde „völlig indiskutabel“.
 
Welche neuen Nutzungsmöglichkeiten schnelle und leistungsstarke Internetverbindungen eröffnen, verdeutlichte am Beispiel des „Internet der Dinge“ Dr. Bernd Bösche, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH): „Schon bald werden Innovationen im Bereich der Informations- und Telekommunikationstechnologien für den selbständigen Informationsaustausch von intelligenten Alltagsgegenständen sorgen. Hier zeichnen sich Entwicklungen ab, die in absehbarer Zeit ihre Marktreife erlangen werden.“
 
Praktische Anwendungen reichten beispielsweise von den vernetzten Fahrzeugen, die über die Auswertung von Daten in Fahrerassistenzsystemen auch andere Verkehrsteilnehmer über Gefahren wie Staus, Eis oder Aquaplaning informieren, den Funketiketten, die eine lückenlose Dokumentation von Transport und Lagerung von Blutkonserven ermöglichen.
 
Thomas Fuchs, Direktor der Medienanstalt Hamburg und Schleswig-Holstein (MA HSH), erklärte: „Bei allen Chancen, die die Digitalisierung für Unternehmen und für die Bürgerinnen und Bürger bietet, zählen die Gefahren, denen Kinder und Jugendliche im Internet begegnen können, ohne Zweifel zur Schattenseite.
 
Hier stößt die Medienaufsicht schnell an ihre Grenzen. War Medienkompetenz bei Hörfunk und Fernsehen wichtig, ist sie bei der Internetnutzung für den Kinder- und Jugendschutz schlicht und einfach unverzichtbar. Die Vermittlung von Medienkompetenz für die Internetnutzung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, deren Bedeutung nicht hoch genug angesetzt werden kann.“
 
Fuchs bezog sich dabei auch auf eine jüngst veröffentlichte Studie der MA HSH, in der gerade in Hamburg und Schleswig-Holstein erhebliche Defizite bei der Förderung von Medienkompetenz bei der Internetnutzung festgestellt werden. Er kündigte an, dass die MA HSH hier gemeinsam mit dem Offenen Kanal Schleswig-Holstein künftig aktiver werden möchte.
 
Jutta Kürtz, Vorsitzende des Beirats des Offenen Kanals Schleswig-Holstein (OKSH), griff dies auf, betonte den Willen des OKSH, bei der Vermittlung von Medienkompetenz mit der MA HSH und anderen eng zusammen zu arbeiten und verwies auf einen aktuellen Beschluss des Europaparlaments vom 25. September 2008 zum Thema Bürgersender.
 
Nach den Vorstellungen der EU-Parlamentarier wirken Bürgermedien als Katalysator für die Kreativität und tragen zu dem Ziel bei, die Medienkompetenz der Bürgerinnen und Bürger zu verbessern.
 
Kürtz weiter: „Bürgersender vor Ort und Politik in Brüssel – was weit entfernt erscheint, ist es in Wirklichkeit nicht.“ Das EU-Parlament habe weiter gefordert, Bürgermedien als eigenständige Gruppe neben den kommerziellen und öffentlichen Medien rechtlich anzuerkennen.
 
Außerdem fordere das EU-Parlament die Mitgliedstaaten auf, Bürgermedien bei der Bereitstellung von sowohl analogen als auch digitalen Radio- und Fernsehfrequenzen im Auge zu behalten. „All dies ist auch aus der Sicht des Offenen Kanals Schleswig-Holstein sehr erfreulich“, so Kürtz. [ar]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

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