Sky-Chef: „Ohne Bundesliga würde Pay-TV nicht so wachsen“

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Sky Deutschland steckt jedes Jahr Hunderte Millionen Euro in die Bundesliga, viel Geld, das auch wieder reinkommen muss. Doch die Investition lohnt sich. Nun hat Sky erstmal einen Gewinn vor Steuern geschafft und damit bewiesen, dass Pay-TV hier funktionieren kann.

Zwei Jahrzehnte lang hat Leo Kirch versucht, das Bezahlfernsehen in Deutschland zu einer Erfolgsgeschichte zu machen – vergeblich. Die Milliardenverluste rissen seinen Medienkonzern in die Pleite. Jetzt scheint Sky auf bestem Wege, Kirchs Traum doch noch wahr werden zu lassen. Vorstandschef Carsten Schmidt nennt Gründe.
 
Ihr Pay-TV-Sender hat zum ersten Mal seit 2005 einen Jahresgewinn gemacht – zumindest vor Zinsen und Steuern. Hat ihr Chef James Murdoch Sie schon angerufen und gratuliert?
 
Carsten Schmidt: Wir sehen uns ja regelmäßig, und diese Entwicklung kommt nicht überraschend, sondern war bereits seit einiger Zeit absehbar. Aber es ist schon etwas Besonderes für uns, dass wir diesen Meilenstein erreicht haben und damit den Ruf des defizitären Pay-TV-Senders endlich hinter uns lassen. Wir sind froh, nun beweisen zu können, dass Abonnementfernsehen in Deutschland profitabel ist und sein wird.

Wir haben heute über 4,6 Millionen Kunden – 346 000 mehr als vor einem Jahr. Und der Umsatz pro Kunde ist auf 35 Euro gestiegen. Wir gewinnen und sprechen neue Zielgruppen an, zum Beispiel gezielt auch Frauen und jüngere Zuschauer. Das zahlt sich mehr und mehr aus. Und wir profitieren von Synergien mit unserem Mutterkonzern in London, bei der Technik etwa oder beim Programm.
 
Für die Bundesliga zahlt Sky künftig fast doppelt so viel.
 
Schmidt: Ohne die Bundesliga würde Pay-TV in Deutschland nicht so wachsen. Die „Sportschau“ erreicht jeden Samstag noch über fünf Millionen Fernsehzuschauer – da haben wir also noch viel Luft nach oben und damit Potenzial, um weiter dynamisch zu wachsen. Wie viele Abonnenten das Bundesliga-Paket gebucht haben, weisen wir zwar nicht im Detail aus, aber die Verteilung zwischen Film-, Sport-, Bundesliga- und Entertainment-Paketen ist bei uns gesund.
 
Haben Sie’s jetzt geschafft?
 
Schmidt: Wir fangen erst an. Bei zwei Milliarden Euro Umsatz ein operatives Ergebnis von fünf Millionen? Selbstverständlich geben wir uns damit nicht zufrieden. Wir werden mehr Produkte verkaufen, zum Beispiel nutzt erst gut die Hälfte der Kunden unser HD-Angebot. Sky Deutschland wird auch mehr in Eigenproduktionen wie „Babylon Berlin“ oder „Das Boot“ investieren.
 
Vielen Dank für das Gespräch.[Interview: Roland Losch/fs]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

40 Kommentare im Forum

  1. Man könnte einfach die Pakete auch günstiger machen, dann würden es auch mehr abonnieren und aufgrund der Menge dann wieder mehr Einnehmen.
  2. Den Serien und Filmbereich übernehmen mittelfristig Netflix und amazon. Da muß man voll auf Fussball setzen
  3. Klar, man kann auch ein Rund-um-sorglos-Paket mit allem fuer 10 Euro anbieten und die Abonnentenzahlen moeglicherweise verdoppeln. Ob das betriebswirtschaftlich sinnvoll und tragfaehig ist...fragwuerdig
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