Sky und Telekom haben Interesse an Einigung

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Das IPTV-Angebot der Deutschen Telekom fehlt Sky noch als Verbreitungsplattform. Mit den exklusiven Bundesligarechten hat der Pay-TV-Anbieter jetzt endlich einen großen Trumpf in der Hand, um den Bonnern einige Zugeständnisse abzuringen. Auch für Sky geht es um viel Geld, denn der Anbieter musste für die Rechte tief in die Tasche greifen.

Bei der Vergabe der Bundesliga-Rechte hatte Brian Sullivan die Deutsche Telekom übertrumpft. Doch längst ist bekannt, dass sich beide Seiten in Verhandlungen befinden. Für die Telekom geht es darum, ihren Entertain-Kunden auch in der kommenden Saison Live-Fußball anbieten zu können, für Sky geht es um neue Kunden und mehr Geld für die Gegenfinanzierung der teuren Rechte. Es scheint, als kämen sich die Unternehmen näher. Doch der größte Knackpunkt ist – wenig überraschend – das liebe Geld.
 
So gelassen sich Sky gibt, auch die Münchner sind an einem Geschäft mit der Telekom interessiert. Der Konzern fehlt Sky noch als Plattform-Partner. Beide Seiten haben für den anderen viele spannende Projekte im Angebot. Auch deswegen verkniff sich Sullivan nach der Rechtevergabe jedes Triumphgeheul und nahm seinen Sieg eher erleichtert zur Kenntnis. „Ich bin ein großer Freund der Redewendung ‚Man sieht sich immer zweimal im Leben'“, sagte er jüngst dem Mediendienst dwdl.de. „Deswegen schlage ich nie eine Tür zu, denn man weiß nie, ob man noch mal miteinander ins Gespräch kommt.“

Im Gespräch sind beide Seiten längst, wie Sky und die Telekom bestätigen. Wie weit die Verhandlungen sind, wann mit einem Abschluss zu rechnen ist, über all diese Fragen herrscht weitgehend Schweigen. Auch zu welchen Bedingungen die 170 000 Fußball-Kunden der Telekom auch in der kommenden Spielzeit Bundesliga schauen können und wer wem dafür eine Gebühr bezahlen muss. Nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ geht es auch darum, eventuell weitere Sky-Angebote über das Netz der Telekom zu verbreiten. Sky wird genau nachrechnen, was neue Kunden kosten. Varianten gibt es mehr als genug. Wichtig für Sky: Der Deal muss mehr Geld in die Kasse bringen.
 
Denn der Konzern hat für die Bundesligarechte tief in die Tasche gegriffen. Der von Medienmogul Rupert Murdoch kontrollierte Großaktionär News Corp. pumpte ein weiteres Mal hunderte Millionen Euro in das nach wie vor in den roten Zahlen steckende frühere Premiere. Für vier Spielzeiten muss Sullivan zusammengerechnet fast zwei Milliarden Euro locker machen, wahrlich kein Pappenstiel. Und Sky steht im Wort: 2013 soll es erstmals seit ewigen Zeiten auf Jahresbasis zumindest vor Zinsen, Abschreibungen und Steuern einen Gewinn geben.
 
Im zweiten Quartal war dem Sender dieses ersehnte Kunststück bereits gelungen. Die Abo-Zahlen steigen, der Aus- und Umbau des Programms trägt nach Jahren der Dürre erste Früchte. Doch bei aller Euphorie: Im ersten Halbjahr verbrannte Sky noch immer fast eine halbe Million Euro – am Tag. Das dauerhaft zu ändern ist die wichtigste Mission für Sullivan, auch wenn er keine Prognose abgeben mag, wann endlich auch unter dem Strich schwarze Zahlen stehen. Klar ist, die Bundesligarechte sind dafür ein wichtiger Baustein und eins der wichtigsten Verkaufsargumente für die Münchner. [Sebastian Raabe/ps]

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15 Kommentare im Forum

  1. AW: Sky und Telekom haben Interesse an Einigung Na was ist da in der deutschen Medienlandschaft los....alle haben sich lieb Es ist eine logische Konsequenz, die Telekom hat mit Entertain eine Verbreitung Plattform geschafft, die langsam von Kunden angenommen wird. Haben auch Ca. 150 000 BuLi Kunden, Sky hat die Internet Rechte, die er ohne die Telekom sonst in die Tone klopfen kann....Eine Einigung ist für Alle, Sky, Telekom und Kunde ein Gewinn.
  2. AW: Sky und Telekom haben Interesse an Einigung Ach! Ich dachte, die sitzen nur "just for fun" zusammen... Dass das liebe Geld der Knackpunkt ist, liegt auf der Hand. SKY muss für die gesamte Laufzeit des Vertrages rund 2 Mrd. Euro für die Verbreitung der Fußball-Bundesliga aufwenden. Und sich irgendwie refinanzieren. Mit dem derzeitigen Kundenstamm kann das Unternehmen das Geld nicht aufbringen - außer durch neue Schulden. Meiner Meinung nach hat sich SKY damit übernommen, weil es für Rechte mitgeboten hat, über die es derzeit nicht verbreitet wird, z.B. IPTV. Daher ist eine Zusammenarbeit mit der Telekom -ich gehe soweit und behaupte- überlebenswichtig. Die anderen IPTV-Anbieter spielen in diesem "Game" mangels ausreichender Masse keine nennenswerte Rolle.
  3. AW: Sky und Telekom haben Interesse an Einigung Das war auch schon vorher klar, egal wer den Zuschlag erhalten würde. Keiner von beiden konnte sich das im Alleingang leisten, Sky nicht ob des hohen Preises und die Telekom nicht mangels ernstzunehmendem Zugang zum Fernsehen. IPTV ist eine nette Alternative für Kabelgeschädigte, aber im Endeffekt konnte Entertain doch überhaupt nur überleben, weil man recht günstig an Bundesliga kam. Ansonsten ist Entertain zu dem Preis einfach nicht konkurrenzfähig, nichteinmal gegen Kabel, bei Satellit brauchen wir ja agr nicht erst diskutieren.
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