Sony rutscht in Verlustzone – Umsätze im TV-Segment bröckeln

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Der japanische Elektronikriese Sony hat im zweiten Quartal seines laufenden Geschäftsjahres (1. Juli bis 30. September) Umsatzeinbrüche von knapp 10 Prozent aufgrund von Wechselkursschwankungen und dem schwächelnden LCD-TV-Absatz hinnehmen müssen.

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Laut dem am Mittwoch in Tokyo vorgelegten Bilanzbericht hätten auch die Flut in Thailand und die deutlich gesunkenen Verkaufszahlen in anderen Produktsegmenten in Europa und den Vereinigten Staaten einen negativen Einfluss auf das Ergebnis genommen. Unter dem Strich erwirtschaftete Sony im abgelaufenen Drei-Monats-Zeitraum einen Verlust von 1,6 Milliarden Yen (21 Millionen US-Dollar). Im Vergleichsabschnitt des Vorjahres war mit 68,7 Milliarden Yen noch ein Gewinn erzielt worden.
 
Das Segment Unterhaltungselektronik trug mit 10,126 Milliarden Dollar ziemlich genau die Hälfte zum Quartals-Gesamtumsatz von 20,454 Milliarden Dollar bei. Im Jahresvergleich schrumpften die Einnahmen um 12,3 Prozent, wofür das Sony-Management vor allem das schwache LCD-TV-Geschäft, die niedrigeren PC-Umsätze aufgrund des Preisdrucks in der Branche und die strategische Verbilligung der Playstation-3-Konsole verantwortlich machte. Auch das verlangsamte Wachstum im Digitalkamera-Sektor wurde angeführt. Mit 449 Millionen US-Dollar rutschte die CE-Sparte dabei besonders tief in die roten Zahlen. 

Das Professional-Segment, in dem unter anderem Präsentationsbildschirme, Speichermedien und Batterien angesiedelt sind, rutschte mit 160 Millionen Dollar Verlust ebenfalls tief ins Minus. Dagegen konnte die Filmsparte mit Einnahmen von 2,199 Milliarden Dollar (+17 Prozent) einen deutlichen Gewinn von 268 Millionen Dollar nach Verlusten im Vorjahr verbuchen. Das starke Interesse am Spider-Man-Merchandise sei hier besonders ausschlaggebend gewesen.
 
An den Kinokassen fielen die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr trotz gutem Abschneiden von „Die Schlümpfe 3D“ aufgrund fehlender Blockbuster. Im TV-Segment wurden dagegen höhere Einnahmen durch den Verkauf von Serien und Filmen an Networks und Kabelsender erzielt. Die Musiksparte konnte sich dank Verkaufsschlagern wie Adeles „21“ oder „4“ von Beyonce behaupten und mit einem Umsatz von 1,346 Milliarden Dollar und einem operativen Gewinn von 82 Millionen Dollar nahezu an das Vorjahresergebnis anknüpfen.
 
Parallel kündigte Sony ein Sonderprogramm zur Steigerung der Profitabilität im TV-Sektor an. Im November 2009 hatte der Konzern einen Marktanteil von 20 Prozent und 40 Millionen verkaufte Einheiten zum Stichtag 31. März 2013 angekündigt. Aufgrund der dramatisch veränderten Marktbedingungen sei dieses Ziel nicht einhaltbar, hieß es. Man rechne aktuell mit nur noch 20 Millionen weltweit verkauften Geräten im kommenden Geschäftsjahr.
 
Aufgrund bereits eingeleiteter Strategien zum Abbau von Überkapazitäten und zur Senkung von Fixkosten sei das Potenzial für weitere Senkungen gering. Man gehe davon aus, 2012 noch einen operativen Verlust zu erwirtschaften und strebe an, im Geschäftsjahr 2013 das LCD-TV-Geschäft wieder in die Gewinnzone zurückzuführen. [ar]

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3 Kommentare im Forum

  1. AW: Sony rutscht in Verlustzone - Umsätze im TV-Segment bröckeln Das haben die doch der Firmenpolitik zu verdanken, dass ältere Fernseher keine neuen Funktionen erhalten. Das nächste Mal werde ich mir zweimal überlegen ob noch ein Sony-TV gekauft wird. Diese Enttäuschung wirkt sich natürlich auch auf das Kaufverhalten anderer Geräte aus. (z.B. BluRay-Player)
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