Sparvorgaben für ARD und ZDF: TV-Produzenten in Sorge

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Die von der Gebührenkommission KEF verhängten Sparauflagen für ARD und ZDF beunruhigen auch die deutschen Fernsehproduktionsfirmen. Sie befürchten, dass die Qualität des Programms darunter leiden werde und die Sender künftig weniger Produktionen bestellen.

„Die Lage ist angespannt. Es gab auch einige Insolvenzen in der letzten Zeit“, beschrieb Johannes Kreile, Leiter der Sektion Fernsehen der Produzentenallianz, die aktuelle Situation in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dapd. Die beiden öffentlich-rechtlichen Sender hatten bei der Kommission für die Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) einen Mehrbedarf von 1,3 Milliarden Euro für die kommende Gebürenperiode angemeldet. Die Kommission erkannte einen zusätzlichen Bedarf zwar an, dieser liege aber weit unter dem geforderten Wert.

Stattdessen wurden die Sender zum Sparen angehalten. Allein das ZDF soll seine Personalausgaben um 75 Millionen Euro senken. ZDF-Intendant Schächter bezeichnete die Anordnung als „Hagelschlag, der uns hart trifft“. ZDF-Chefredakteuer Peter Frey kündigte bereits an, dass sich die massiven Sparmaßnahmen auch auf das Programm des Senders auswirken werden. So müsse man künftig von „der einen oder anderen liebgewonnenen Programmfarbe Abstand nehmen“. Damit sind auch die Produktionsfirmen von den Sparzwängen betroffen.

Dramatisch sei die Lage aber noch nicht, so Johannes Kreile von der Produzentenallianz. „Sie ist an einem Punkt, an dem man der Politik deutlich machen muss, dass sie mit ihrer Rasenmäher-Methode ‚Die Öffentlich-Rechtlichen müssen sparen, die haben eh so viel Geld‘ etwas beschädigen, was sie eigentlich nicht beschädigen wollen“.

In einer Resolution vom 9. Februar brachte die Produzentenallianz ihre Sorge zum Ausdruck. Man befürchtet, „dass nicht mehr ausreichend Geldmittel zur Verfügung stehen, um hochwertige Produktionen herzustellen“, erklärte Kreiler. Wenn die Etats über Jahre hinweg gleich blieben, sei es nur logisch, dass die fehlenden Gelder anderweitig aufgefangen werden müssten.
 
Vor allem die Inflation der Personalkosten mache der Medienbranche zu schaffen. Bei Fernsehproduktionen beanspruchten diese allein oft über 50 Prozent des Budgets. „Die eine oder andere Stelle wurde durch technische Verbesserung aufgefangen, aber – wie man so schön sagt – jetzt ist die Zitrone ausgepresst, jetzt geht nichts mehr“, so Kreile. [fm]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

10 Kommentare im Forum

  1. AW: Sparvorgaben für ARD und ZDF: TV-Produzenten in Sorge Welche Qualität? Das bei Koch-Shows nich mehr mit Kaviar um sich geworfen werden kann.
  2. AW: Sparvorgaben für ARD und ZDF: TV-Produzenten in Sorge Zitat: „So müsse man künftig von "der einen oder anderen liebgewonnenen Programmfarbe Abstand nehmen” Irgendwann kommt man wieder bei Schwarzweiß an.
  3. AW: Sparvorgaben für ARD und ZDF: TV-Produzenten in Sorge Die Ärmsten! Sie tun mir wirklich -nicht- leid! Bei dem was sie abliefern, müssten sie eigentlich noch draufzahlen statt Geld der Gebührenzahler zu kassieren! Qualität sieht anders aus!
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