Spekulationen: Kofler-Abschied erster Schritt zur Übernahme?

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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München – Die Nachricht kam überraschend: Georg Kofler wird bereits zum Ende des Monats alle Ämter bei Premiere niederlegen. Offiziell gab Kofler persönliche Gründe an, doch dieser Sinneswandel erscheint etwas hektisch.

Der Abschied vom Sender beruhe auf der „persönlichen Lebensplanung“, verkündete der demnächst Ex-Vorstandsvorsitzende, der seit 25 Jahren in der Medienbranche zuhause ist und sich jetzt einer neuen Aufgabe widmen will (DF berichtete).

Auffällig ist nur, dass der Premiere-Macher Kofler gerade erst sein Gesicht für die neue Premiere-Kampagne zur Fußball-Bundesliga hergegeben hat. Es ist anzunehmen, dass diese Entscheidung wohl noch getroffen wurde, als die Dinge anders standen.
 
Woher der schnelle Sinneswandel? Natürlich flackern jetzt die Übernahmegerüchte wieder auf: Musste Kofler Platz machen, um eine Übernahme von Premiere zu ermöglichen? Wie DIGITAL FERNSEHEN berichtete, soll der französische Medienunternehmen Vivendi an Premiere interessiert sein und Ende Juli ein Angebot vorgelegt haben. Vivendi gehört auch der französische Pay-TV-Anbieter Canal Plus. Damals hatten die Verantwortlichen beider Unternehmen einen Kommentar abgelehnt. Derzeit ist bei Premiere niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.
 
Dass Premiere regelmäßig von Übernahmeinteressenten kontaktiert würde, gab Kofler damals offen zu. Darüber hinaus erklärte er selbstbewusst, dass nach Rückkehr der Bundesliga diese Anfragen sicherlich steigen würden.

Andererseits muss man auch feststellen, dass Kofler sich schrittweise finanziell bei Premiere verabschiedet hat und sich hieraus auch ein längerfristig geplanter Abschied konstruieren lässt. So verkaufte der charismatische Medienmanager im Februar seine Unternehmensanteile in Höhe von 11,6 Prozent. Damals wollte der Premiere-Vorstandsvorsitzende den guten Kurs nach Bekanntgabe der Premiere-Vermarktungsallianz mit Arena nutzen. Kofler gelang es damit auch, seinen Anteil von den Mitinvestoren zu trennen. Danach erwarb Kofler wieder ein geringeres Aktien-Paket, diesmal mit eigenem Kapital. Dabei handelte es sich um 1,25 Prozent des Unternehmens. Einen Einfluss auf seine Position als Vorstandsvorsitzender sollte dies nicht haben.
 
Heute wurde überraschend bekannt, dass Kofler Ende August Premiere und die Medienbranche verlassen möchte und sein Amt als Vorstandsvorsitzenden an seinen bisherigen Stellvertreter und Finanzvorstand Michael Börnicke abgeben wird. Von seinen Unternehmensanteilen hat Kofler sich nach Premiere-Angaben bereits vergangene Woche getrennt. [lf]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

5 Kommentare im Forum

  1. AW: Spekulationen: Kofler-Abschied erster Schritt zur Übernahme? Wenn da was drann wäre, dann würde der Kurs nicht 4% absacken. Außerdem gibts erstmal ne Untersuchung, wegen den Aktien Verkäufen http://de.biz.yahoo.com/13082007/341/bafin-premiere-handel-kofler-r-252-cktri.html Wenn es wirklich eine Übernahme geben sollte, dann verkauft man vorher aber nicht die Aktien, das wäre doch etwas unklug...
  2. AW: Spekulationen: Kofler-Abschied erster Schritt zur Übernahme? Die BaFin ist sowieso ein reichlich lächerlicher Haufen. Die Fälle von Insidergeschäften, die durch die Aufsicht aufgedeckt und bestraft wurden kann man glaube ich an einer Hand abzählen. Dabei ist es schon fast skandalös zu nennen, was sich an manchen Börsen in Deutschland im Freiverkehr so für Börsen"werte" tummeln. Aber das ist ein anderes Thema. Woher sollte Kofler denn wissen, wie sich der Kurs entwickelt ? Als Schremp bei Daimler-Chrysler seinen Hut nahm, gab's dort ein regelrechtes Kursfeuerwerk.
  3. AW: Spekulationen: Kofler-Abschied erster Schritt zur Übernahme? Na bei Schremp war das etwas anders. Da wollten die den alle nicht mehr. Und der Herr Kofler war ja bei Premiere der "Held", also für die Aktionäre war das ein guter Mann. Da war das eigentlich klar, das bei so einer Meldung die Aktie nachgibt Und zumal die Nachrichten zuletzt meist Positiv waren, was damals bei Crysler auch etwas anders war.
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