Springer zieht Polsat-Angebot zurück

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Berlin – Die Axel Springer AG stellt ihr jahrelanges Werben um Polsat nun doch ein. Damit muss der Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner in kürzester Zeit die nächste Pleite hinnehmen.

Nach jahrelangem Hin und Her ist nun auch der geplante Einstieg in den profitablen polnischen TV-Markt gescheitert. Dabei schien der Erwerb der 25,1 Prozent am polnischen Fernsehunternehmen, zu dem unter anderem zwei landesweite Privatsender (Polsat 1 und 2) und ein Pay-TV-Paket (Cyfrowy Polsat) gehört, Ende 2006 bereits in trockenen Tüchern.

Damals hatte Springer 250 Millionen Euro geboten, teilweise waren auch 300 Millionen Euro im Gespräch. Doch dann genehmigten die polnischen Kartellwächter das Geschäft nicht, und Springer und Polsat mussten nachverhandeln.
 
Seit der Zurückweisung durch das Kartellamt hätten Polsat und Springer verschiedene Optionen für eine juristisch sichere und wirtschaftlich akzeptable Lösung sondiert, heißt es in einer Pressemitteilung der Axel Springer AG. „Die Vertragsparteien bedauern, dass man sich trotz beidseitiger Bemühungen nicht auf eine für beide Seiten überzeugende Regelung verständigen konnte.“

Das Geschäft ist damit wohl an den gestiegenen Forderungen des Polsat-Eigentümer Zygmunt Solorz gescheitert, der nun zusätzlich noch im Gegenzug Beteiligungen an Axel-Springer sowie dem Print-Geschäft in Polen zur Bedingung gemacht haben soll (DIGITAL FERNSEHEN berichtete). Dabei berief sich Solorz auf die starken Geschätszahlen 2007, die Polsat vorweisen kann.
 
Erst am Dienstag hatte die Springer AG angekündigt, ihre Anteile an ProSiebenSat.1 zu verkaufen. Auch die Übernahme dieses Konzerns scheiterte Anfang 2006 an den Kartellwächtern, jetzt gab Springer entnervt auf. Ein Grund dafür dürften auch die Verluste aus dem Briefzustellungsgeschäft mit der PIN Group sein. [lf]

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