SR sträubt sich gegen Fusionsvorschlag von SWR-Intendant Gniffke

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Antwort des SR-Verwaltungsrats auf Kai Gniffkes Fusionsvorschlag: Die Souveränität des SR als ARD-Anstalt sollte nicht infrage gestellt werden.

Der Verwaltungsrat des Saarländischen Rundfunks (SR) pocht nach dem SWR-Vorschlag einer intensiveren Kooperation auf die Eigenständigkeit der ARD-Anstalt im Saarland. Der Vorsitzende des Verwaltungsrates, Michael Burkert, betonte am Mittwoch: „Auch wenn die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten vielen Sparzwängen unterliegen, so dürfen Sparmaßnahmen nicht den Bestand einer Landesrundfunkanstalt in Frage stellen.“

Vom Rat hieß es weiter, er unterstütze den SR-Intendanten Thomas Kleist „vollumfänglich darin, die Eigenständigkeit des Saarländischen Rundfunks zu bewahren, und lehnt gleichermaßen die Vorschläge zu senderübergreifenden Strukturen ab, die die Autonomie des Saarländischen Rundfunks untergraben würden“. Zugleich befürworte er die Bereitschaft Kleists zu weiteren Kooperationen, die sinnvolle Synergien schafften. Der Verwaltungsrat überwacht als Gremium die Geschäftsführung des Intendanten, sofern sie nicht die inhaltliche Ausgestaltung des Programms betrifft.

In einem am Dienstag veröffentlichten Interview des Branchendienstes „dwdl.de“ hatte der Intendant des Südwestrundfunks (SWR), Kai Gniffke, eine weitgehende Zusammenarbeit seines Senders mit dem benachbarten SR angeregt. „Ich sehe zwei Sender, die füreinander bestimmt sind“, sagte er. In der Diskussion um die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sei er überzeugt, „dass es Zeit wird, Dinge zu denken, die bisher unvorstellbar gewesen wären“. Gniffke brachte die Idee gemeinsamer Direktionen ins Spiel. Zu einer vollständigen Fusion der zwei Anstalten äußerte er sich aber zurückhaltend.

Fusionsvorschlag Gniffkes läuft zunächst ins Leere

Kleist reagierte auf das Interview so: „Ich weise die Überlegungen meines SWR-Kollegen entschieden zurück.“ Kooperation höre dort auf, wo man die Souveränität der Landesrundfunkanstalt antastet.

Der SR-Verwaltungsrat betonte auch, den Nachfolger oder die Nachfolgerin Kleists „vollumfänglich bei der Wahrung des Saarländischen Rundfunks als souveräne Landesrundfunkanstalt zu unterstützen“. Die nächste Intendantenwahl ist für den Februar angedacht. Burkert sagte: „Aufgrund der besonderen Historie des Saarlandes hält der Verwaltungsrat den Saarländischen Rundfunk als eigenständige und unabhängige Landesrundfunkanstalt für unverzichtbar.“

Der SR gehört mit Radio Bremen zu den kleinsten der neun ARD-Anstalten. Die finanzielle Lage der beiden ARD-Häuser gilt auch mit Blick auf die vorerst nicht erfolgte Rundfunkbeitragserhöhung, aber auch schon länger davor, als angespannt.

Bildquelle:

  • df-srlogo: Saarländischer Rundfunk

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