Tom Buhrows 100-Tage-Bilanz: „Wucht des Amtes hat überrascht“

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Nach hundert Tagen im Amt äußert sich WDR-Intendant Tom Buhrow erstmals zu seinem Wandel vom Journalisten zum Manager.

„Ich wusste, dass dieser Job eine extreme Herausforderung ist. Aber die tatsächliche Wucht des Amtes hat mich dann doch überrascht“, sagt Buhrow im Gespräch mit dem Hamburger Nachrichten-Magazin „Der Spiegel“.
 
Seine schlimmste Versuchung sei der Aktionismus gewesen: „Je größer die Aufgabe ist, umso gewaltiger ist der Sog zu zeigen, dass man da ist, dass man kraftvoll und entschlossen agiert. Dem zu widerstehen, ist unvorstellbar schwer.“ „Ich musste mich zwingen, erst einmal zu lernen, bevor ich handle. Da musste ich komplett gegen meinen Instinkt angehen. Das hat mich unglaublich viel Kraft gekostet.“

Um den Posten gerissen hat Buhrow sich nach eigenen Angaben nicht. „Mich hat es nie in die Hierarchien gezogen. Man kann auch ganz platt sagen: Ich bin nicht machtgeil, kein bisschen. Doch auch wenn sich das jetzt ganz unbescheiden anhört: Ich habe irgendwann eingesehen, dass ich mich nicht länger wehren konnte, dass der WDR jetzt einen wie mich braucht. Einen Kommunikator.“
 
Um das potentielle Milliardenloch im Etat des WDR zu verringern, hat Buhrow vergangene Woche harte Kürzungen angekündigt. „Doch es ist auch keine Dauerlösung, den Gürtel immer enger zu schnallen. Wir müssen eine Diät machen, damit der Gürtel wieder bequem passt. Sonst schnürt man sich die inneren Organe ab, nichts wird mehr durchblutet, man wird krank und dann läuft gar nichts mehr. Die Rasenmähermethode ist nur eine Notmaßnahme für eine begrenzte Zeit, damit wir Luft kriegen, um strukturelle Maßnahmen zu ergreifen“, erklärt er seine Strategie.
 
Vor Kritik fürchte er sich weniger, die sei er gewohnt. „Schon als „Tagesthemen“-Moderator wurde ich unweigerlich von allen Seiten kritisiert. Von dem Tag an, als ich den Job hatte, war mein Skalp auf einmal wertvoll.“ Dabei habe er eines gelernt: „Wenn der Kern deines Charakters angegriffen wird, dann mach keinen Millimeter Kompromiss! Dann schalte auf Angriff! Weil das, was du in deinem Innersten bist, am Ende und auch für deinen Job das einzig Wichtige ist. Sich selbst zu verleugnen, ist das Rezept für Scheitern. Und das habe ich hier am ersten Tag den Kollegen gesagt: Lasst euch nicht kleinreden.“[fp]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

1 Kommentare im Forum

  1. AW: Tom Buhrows 100-Tage-Bilanz: "Wucht des Amtes hat überrascht" Wenn das Herr Buhrows Aussage ist, bin ich zutiefst enttäuscht von ihm und gerade er als Jounalist kennt doch die Macht der Satzbildung und -Aussagen! Der Satz hebt sich selber auf! Entweder wusste er Tatsächlich um die Tragweite und Tiefe des Amtes, dann hätte er nicht überrascht sein dürfen, oder er war zu blauäugig ins Amt gegangen. Er soll sich nicht empören - die Aufgabe 'gebührt' den Anderen, sondern er als leitender Manager hat das Heft des Handelns in seiner Hand! So soll er es auch wenden und den WDR in seiner Sendervielfalt zu verschlanken und um Gelder einzusparen, die offenbar dringen benötigt werden. Nur sein zitierter Satz zerreißt sich selbst, und ihn gleich mit, in seiner Glaubwürdigkeit!
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