Trotz Protesten: Sky verteidigt neues Preismodell für Gastwirte

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Mit seinem neuen Preismodell hat der deutsche Pay-TV-Anbieter Sky zahlreiche Gastronomen gegen sich aufgebracht. Viele Kneipiers beklagen erhebliche Mehrkosten. Sky selbst verteidigt das neue Modell mit dem Hinweis, dass Qualität ihren Preis habe.

Gastwirte zwischen München und Flensburg laufen Sturm gegen ein neues Preismodell des Bezahlsenders Sky, das vielen Sportbars die Preise drastisch erhöht. „Der monatliche Beitrag ist von 307 auf 550 Euro gestiegen. Das ist eine Unverschämtheit“, beklagte sich Tom Hinrichs, Geschäftsführer des „Schmittz“, einer Kneipe in Berlin-Mitte, die hauptsächlich Schalker Fans anlockt. „Für Gastronomen ist das schwer hinzunehmen, man weiß nicht, wo die Preiserhöhungen noch hinführen“, schimpfte Hinrichs.

Trotz zahlreicher Proteste verteidigte der Münchner TV-Sender sein neues Preismodell. „Mehr als eine Milliarde Euro werden in Deutschland jedes Jahr dank Sky in Gaststätten umgesetzt. Mit dem neuen Modell wird durch die Gewichtung von Standortfaktoren ein individueller Preis für jede Gaststätte ermittelt. Damit kommt es zu Preissteigerungen in Städten mit hoher Kaufkraft und vielen sportbegeisterten Gästen“, sagte eine Sprecherin des Senders am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. „Aber es gibt auch Tausende Gastwirte in anderen Regionen, die weniger zahlen“, fügte sie hinzu.
 
Man habe alle Kunden rechtzeitig über die Veränderungen informiert und auch ein Sonderkündigungsrecht eingeräumt. „Jeder kennt den Wert unseres Produkts mit unzähligen hochkarätigen Livesport-Events. Zudem bieten wir die höchstmögliche Qualität. Wir betreiben einen hohen Aufwand – das hat seinen Preis“, sagte die Sprecherin.
 
Als „völlig unakzeptabel“ wertete Stephan Büttner, Geschäftsführer im Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga), die Preissteigerungen von bis zu 100 Prozent in Ballungszentren. Tausende Gaststätten in Deutschland seien von den Erhöhungen betroffen. „Natürlich hat Sky viel Geld für die Rechte ausgegeben. Aber man kann die brutalen Mehrkosten nicht einfach auf die Gastronomen umwälzen. Das ist nicht tragbar und auch nicht bezahlbar“, meinte Büttner.
 
Sky hatte die Veränderungen mit der Einführung einer „neuen, ausgewogeneren Angebots- und Preisstruktur“ begründet, bei der Bevölkerungsdichte, Kaufkraft und Sportaffinität der Region eine Rolle spielen. Damit kommt es zum Beispiel zu drastischen Erhöhungen in Berlin, im Umland aber stagniert das Preis-Niveau. Andre Kobal, Chef vom „Klabautermann“ in Woltersdorf (Landkreis Oder-Spree), der stets 50 Union-Fans bei Auswärtsspielen begrüßen kann, bestätigte, dass er auch von September an weiter rund 270 Euro zu zahlen habe.
 
Im Berlin schlossen sich schon rund 40 Gastwirte zu einer Protestgemeinschaft zusammen. Sie trafen sich am Montagabend im „Valentin“ am Südstern und machten ihrem Ärger Luft. Für das „Brauhaus am Südstern“ steigen die Kosten um etwa 52 Prozent auf 591,91 Euro im Monat. Geschäftsführer Helmut Kurschat kündigte daher wütend das Abonnement. „Kündigung ist die einzige Sprache die diese Firma versteht. Das ist eine unanständige Erpressung eines Monopolisten“, sagte Kurschat der dpa und beklagte, dass die Erhöhung mitten in den bis November laufenden Vertrag platzte.
 
Auch Katrin Mosel, Inhaberin des bei Werder-Fans beliebten Bremer Restaurants Tinto, hat ihre Kündigung abgeschickt. Vor sechs Wochen habe sie die Mitteilung von Sky bekommen und sich nicht nur über den Inhalt, sondern auch über die Aufmachung geärgert. „Groß wird angekündigt, was sich angeblich alles verbessert wird und unten steht klein, dass es teuer wird“, sagte sie dem „Weser-Kurier“. Ein Sprecher der traditionell bestens besuchten Fußballkneipe „Stadion an der Schleißheimer Straße“ in München sagte: „Wir haben allein durch das veränderte Modell eine Kostensteigerung von rund 20 Prozent.“ Das sei natürlich ärgerlich.       
 
In zweieinhalb Jahren habe er schon über 8000 Euro für Sky bezahlt, sagte Cem Tanriverdi, Chef des „Hay Hay“ in Berlin-Kreuzberg. „Grundsätzlich ist eine Preiserhöhung legitim. Aber den Preis wegen ATP und Beach-Volleyball um 40 bis 50 Euro plus Mehrwertsteuer zu erhöhen ist für mich eine Lachnummer“, wetterte er. „Ich habe Sky gekündigt und mich nach Alternativen umgeschaut“, meinte Tanriverdi. [Malte Busch/fm]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

56 Kommentare im Forum

  1. AW: Trotz Protesten: Sky verteidigt neues Preismodell für Gastwirte Mit dieser Einstellung werden sie wieder da landen wo sie mit Sky gestartet sind. Anscheinend haben sie doch nichts in den vergangenen Jahren dazu gelernt.
  2. AW: Trotz Protesten: Sky verteidigt neues Preismodell für Gastwirte Deswegen bezahle ich als Privatkunde auch höchstens 35 € für ein Vollabo, mehr ist es nicht wert. Gastwirte und Rabattnutzer sind treue Kunden und sollten auch so behandelt werden, je länger man ein Abo hat, umso mehr Rabatt sollten die bekommen.
  3. AW: Trotz Protesten: Sky verteidigt neues Preismodell für Gastwirte Völlig normales Verhalten für einen Monopolisten. Selbst wenn 10% der Kneipen aussteigen bleibt mehr übrig. Die Wirte könnten ja die Bundesliga kostenlos in türkisch zeigen aber würden die Gäste dann noch kommen?
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