TV-Loonland: Mehr als die Hälfte des Grundkapitals aufgebraucht

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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München – Der krisengeschüttelte Kinderfilmproduzent TV-Loonland ist in eine finanzielle Schieflage geraten. Wie das Unternehmen am Dienstag in München mitteilte, haben die Verluste im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte des Grundkapitals von 9,9 Millionen Euro aufgezehrt.

Zur Höhe des Verlustes im vergangenen Jahr machte ein Unternehmenssprecher keine Angaben. In einer Existenzkrise sei das Unternehmen aber nicht. Die Unternehmensführung werde nun „Vorkehrungen“ treffen und bei der Hauptversammlung am 12. Juni den Aktionären eine Lösung vorstellen. Details zum Hintergrund der hohen Verluste nannte der Sprecher nicht.

TV-Loonland steckt bereits seit längerem in der Krise. Vor etwa einem Jahr war die frühere Chefin Selma Käppel wegen „unüberbrückbarer Differenzen über die zukünftige Geschäftspolitik“ von ihrem Posten an der Unternehmensspitze abberufen worden. Offiziell ging es dabei um einen Streit über die Firmenstrategie.
 
Bereits bei der Hauptversammlung im vergangenen Jahr hatte der Aufsichtsrat über einen Untreue-Verdacht gegen die frühere Chefin berichtet. Gegen sie war auch Anzeige erstattet worden. TV-Loonland wirft Käppel vor, sich bei Geschäften mit einem Unternehmen persönlich bereichert zu haben.
 
Nach einem Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 1,7 Millionen Euro im ersten Quartal 2006 hatte das Unternehmen in den beiden darauf folgenden Quartalen auf EBIT-Basis jeweils in etwa eine schwarze Null geschrieben. Auch für das Schlussquartal 2006 hatte Käppels Nachfolger Simon Flamank ursprünglich eine schwarze Null in Aussicht gestellt.
 
TV Loonland produziert und vermarktet Kinderfilme und Zeichentrickserien für Kino und Fernsehen. Das Medienunternehmen verfügt über Büros in München, London, Miami und Paris. Zum TV-Loonland-Katalog gehören Sendungen wie Heidi, Transformers, Immer Ärger mit Newton sowie Petterson und Findus. 2005 verbuchte das Unternehmen bei einem Umsatz von nur 12,3 Millionen Euro einen Verlust von 18,7 Millionen Euro. Noch im vergangenen Sommer hatte Flamank dann von Anzeichen für eine Trendwende gesprochen. (dpa/fr)[lf]

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