Unitymedia-Übernahme durch Vodafone – EU-Entscheidung steht an

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Die Übernahme von Unitymedia durch Vodafone liegt bei der EU-Wettbewerbskommission auf dem Tisch. Ihr obliegt es nun einen der womöglich folgenreichsten Deals der letzten Jahre zu bewerten.

Dass die Übernahme an das Bundeskartellamt weitergegeben wird gilt mittlerweile als unwahrscheinlich. Vielmehr wird sich die Kommission wohl eher selbst noch einige Monate intensiv mit dem Sachverhalt auseinandersetzen, wie unter anderem das „Handelsblatt“ am heutigen Montag spekuliert.

Das Kartellamt stünde in Anbetracht seiner der Historie seiner Entscheidungen der Übernahme kritischer gegenüber als die EU-Wettbewerbshüter, so der Bericht. Punkt für Vodafone im Streit mit den konkurrierenden Netzbetreibern wie Telekom oder Tele Columbus, könnte man meinen. Jedoch wird davon ausgegangen, dass auch die Kommission erhebliche kartellrechtliche Bedenken am morgigen Dienstag äußern wird.

Der Big Player Telekom befürchtet eine Konkurrenten auf Augenhöhe, während kleinere Kabelnetzbetreiber ihre ohnehin geringen Marktanteile bedroht sehen, sollten die Vormachts-Pläne von Vodafone durchgewunken werden.

Denkbar ist daher eine Lösung wie sie in den Niederlanden gefunden wurde. Auch dort hatte sich das britische Telekommunikationsunternehmen eines großen Kontrahenten bemächtigt. Nachdem der Deal unter Dach und Fach war wurde das dort entstandene Ungleichgewicht am Kabelmarkt dahingehend reguliert, dass das Unternehmen nun alternativen Anbieter Zugang zu ihrem Netz gewähren muss.

Geht die im Oktober eingereichte Übernahme von Unitymedia durch Vodafone über die Bühne, kontrolliert letzterer rund 80 Prozent des hiesigen Kabelmarktes. Die vor vielen Jahren (1999) beendeten Zeiten des Kabelmonopols – damals der Telekom – könnten auf diese Weise schon bald in anderer Gestalt eine Renaissance erleben. [bey]

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4 Kommentare im Forum

  1. ... das stimmt nicht so ganz. Der dort größte Kabelnetzbetreiber Ziggo ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Liberty Global und Vodafone. Vgl. auch -> Historie In Deutschland wird dagegen kein Gemeinschaftsunternehmen angestrebt, sondern die Übernahme des aktuell zu Liberty Global gehörenden Kabelanbieter Unitymedia durch Vodafone. Und mal so nebenbei bemerkt: Sowohl Vodafone als auch Liberty Global sind britische Telekommunikationsunternehmen. Liberty Global hat im Rahmen der Übernahme von Virgin Media in GB ihren Sitz nach London verlegt. ... endlich bekommt die Telekom mal einen echten Konkurrenten. ... ein alter Hut. Aufgrund einer Klage von Tele 2 wurden den beiden größten niederländischen Kabelanbieter UPC und Ziggo von der niederländischen Regulierungsbehöre auferlegt, Dritten Zugang zu ihren Kabelnetzen zu gewähren ...
  2. Also ich könnte mir schon vorstellen, das man das durchwinkt eben mit der Auflage, das künftig auch Mitbewerbern Zugang gewährt werden muss. Bestes Beispiel ist doch die Telekom bei DSL.
  3. ... DSL ist ein schlechter Vergleich. Da mietet ein ein Mitbewerber eine exklusive Leitung zum Endverbraucher an. Das ist im Kabel so nicht möglich. Aber auch im TV-Kabel gibt es Drittanbieter, die Leitungen bei NE3-Netzbetreiber wie Deutsche Telekom, Netcologne, Unitymedia, Vodafon etc. ein und vermarkten es an die Endverbraucher. Auch in Sachen Internet gibt es ähnliches, wie z.B. -> eazy So ähnlich hatte 1&1 auch angefangen und das schon zu Zeiten, als die Deutsche Telekom noch Deutsche Bundespost hieß.
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