[Update] Cannes: Lars von Trier zur „Persona non grata“ erklärt

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Nach den jüngsten Äußerungen des dänischen Regisseurs Lars von Trier („Antichrist“, „Dogville“) bei den Filmfestspielen von Cannes über Adolf Hitler, ist er offiziell zur „unerwünschten Person“ erklärt worden.

Die jüngsten Kommentare des Filmemachers seien „nicht akzeptabel, nicht tolerierbar und stehen im Gegensatz zu den Idealen der Humanität und Großzügigkeit“ des Festivals, heißt es in der Erklärung. Die Organisatoren verurteilten die Aussagen aufs Schärfste und erklärten von Trier für das derzeit laufende Festival „mit sofortiger Wirkung zur Persona non grata“.
 
Bei der Pressekonferenz wurde der Däne von einem US-amerikanischen Journalisten auf seine deutschen Wurzeln angesprochen. Lars von Trier sagte, dass er erst vor Kurzem herausgefunden habe, dass er offenbar ein Nazi sei, denn „nicht alles, was Hitler gemacht hat, war wirklich schlecht“, hieß es. „Ich bin ein Nazi“, sagte er. „Ich verstehe Hitler. Ich glaube, dass er ein paar schlechte Dinge gemacht hat, klar, aber ich kann ihn mir in seinem Bunker vorstellen, am Ende“. Außerdem möge er die Architektur vonAlbert Speer. Er sehe eine durchaus menschliche Seite in der Person des Adolf Hitler und könne sich vorstellen, einen Film mit dem Titel „Die Endlösung“ zu drehen, so der Däne.

Nur Stunden später entschuldigte sich der Regisseur für seine Äußerungen. Er habe sich von „einer Provokation zu diesen Worten führen lassen“, so der 55-Jährige. Es tue ihm sehr leid, falls er mit seinen Äußerungen unschuldige Menschen verletzt habe. Er selbst sei weder rassistisch noch habe er Vorurteile gegenüber Minderheiten. Weiterhin stellte er im Nachhinein klar: „Ich bin auch kein Nazi“.
 
Der Filmemacher stellte am Mittwochvormittag (Ortszeit) sein neues Drama „Melancholia“ in der französischen Küstenstadt vor, in dem unter anderem Schauspieler wie  Kirsten Dunst and Charlotte Gainsbourg zu sehen sind. In Deutschland wird der Film erst ab 6. Oktober zu sehen sein.
[dpa/dm]

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9 Kommentare im Forum

  1. AW: [Update] Cannes: Lars von Trier zur "Persona non grata" erklärt Was hat er denn schlimmes gesagt? Er befürwortet nicht den Holocaust, er befürwortet nicht den zweiten Weltkrieg, er hat lediglich ein gewisses Verständnis für einen offensichltlich gestörten Mann durchblicken lassen. Naja, dann hat er sich provozieren lassen und ist in seinen Äusserungen wahrscheinlich über das Ziel hinaus geschossen. Ich finde sowieso man sollte, nein man müsste, diese Thematik viel unverkrampfter angehen. So wie das Thema heute gerne diskutiert wird, tun alle immer so als könnte ihnen sowas nicht passieren, und genau das halte ich für einen großen Fehler. Ich bin davon überzeugt, dass es sowas auch heute geben könnte, wenn man die öffentliche Meinung einfach genug unter Kontrolle bekommt. Die Werkzeuge die einem heute dafür zur Verfügung stehen, sind vielleicht sogar effektiver als damals, sie sind nur viel schwerer zu kontrollieren. Sorgen wir dafür, dass das so bleibt!
  2. AW: [Update] Cannes: Lars von Trier zur "Persona non grata" erklärt Zudem war es noch pure Ironie. Muss jetzt jeder mit einem großen Schild herumlaufen und es bei Bedarf hochhalten?? "Achtung! Ironie!" ???
  3. AW: [Update] Cannes: Lars von Trier zur "Persona non grata" erklärt Übrigens, wenn jemand ein Kind vergewaltigt, muss man das auch unverkrampfter sehen und die paar Juden, die vergast wurden, das ist auch nicht so tragisch. Wenn Schwule vergast würden, wäre das auch kein Thema, es würde einen Herrn Westerwelle sowieso nicht treffen... Achtung: Das war Ironie. Nicht alles, was geschmacklos ist, muss man unverkrampfter sehen, nur weil es modern wird, rassistisch zu werden.
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