Urheberrecht: Merkel warnt vor Alleingang Deutschlands

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Im aktuellen Streit um das Urheberrecht will Bundeskanzlerin Angela Merkeleinen „temporären Schulterschluss“ zwischen den kreativen Köpfen und der Politik erreichen. Dafür rief die CDU-Politikerin dazu auf, in der komplexen Frage verstärkt zusammenzuarbeiten.

Derzeit wird auch in Deutschland heftig über den künftigen Umgang mit dem Urheberrechts diskutiert. Die Kreativbranche fordert die Politik zu Taten auf. „Das Thema muss gelöst werden, aber es ist keine triviale Aufgabe“, sagte Merkel am Freitag während des traditionellen Filmempfangs der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in Berlin. Alle beteiligten Seiten müssten sich ein Stück bewegen, erklärte die Bundeskanzlerin weiter.

Dabei verwies sie aber auf die Problematik, dass in Deutschland geltende Gesetze im Ausland umgangen werden können. Daher warnte sie in der Diskussion um das Urheberrecht vor einem Alleingang Deutschlands. „Das Dilemma dieser Regelung besteht ja auch darin: Man kann sich Zuhause auf das Schönste einigen, aber es gibt so viele Umgehungsmöglichkeiten, dass wir das nur in einer internationalen Diskussion schaffen“.
 
Des Weiteren betonte Merkel, dass es eine „Waffenungleichgheit“ zwischen Experten im Internet und in Bezug auf moderne Kommunikationsmedien eher unerfahrene Menschen gebe. Dies dürfte in einer Demokratie nicht vorkommen, betonte die Politikerin. Es müsse eine Diskussion entstehen, welche sich auch vor einer Massenbwegung im Internet nicht wegducke.
 
Schauspielerin Iris Berben, welche als Präsidentin der Deutschen Filmakademie vorsitzt, rief Merkel zur Unterstützung auf und forderte eine schnelle Lösung. „Ohne Urheberschutz bleibt im Kino das Licht aus. Helfen Sie uns, Frau Bundeskanzlerin, dass es dazu nicht kommt“, sagte Berben. Während des Empfangs waren unte anderem auch die deutschen Regisseure Roland Emmerich und Volker Schlöndorff sowie die Schauspieler Hannelore Elsner und Elmar Wepper anwesend.
 
In der aktuellen Debatte hatten sich unter anderem auch die Autoren des „Tatorts“ zu Wort gemeldet. In einem offenen Brief betonten sie, dass es ein Fakt sei, „dass die Urheberrechte in der Bundesrepublik nicht nurdurch die Verfassung, sondern auch durch zahllose, völkerrechtlichverbindliche Verträge auch innerhalb der EU ultimativ verbrieft sind“. Diese müssten auchentsprechend gestärkt werden, denn nur wenn Urheber eine angemesseneVergütung für ihre Werke erhalten, könnten sie ihre Arbeit auchproduktiv fortsetzen und „die ideelle und materielle Zukunft einerpostindustriellen Bundesrepublik“ sichern. [rh]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

15 Kommentare im Forum

  1. AW: Urheberrecht: Merkel warnt vor Alleingang Deutschlands Wenn man den Konsument nicht mit einbezieht können die sich auf den Kopf stellen und mit dem Arsch Fliegen fangen. Da ändert sich nichts.
  2. AW: Urheberrecht: Merkel warnt vor Alleingang Deutschlands Die Kreativen werden genausowenig gefragt, wie die Konsumenten. Da kommen nur die Politik und die Abzocker dazwischen zusammen.
  3. AW: Urheberrecht: Merkel warnt vor Alleingang Deutschlands Ja, natürlich bleibt dann das Licht aus. Kann den Film doch sonst gar nicht sehen...
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