Zapp arbeitet die Relotius-Affäre auf

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Im Dezember des vergangenen Jahres erschütterte der Fall Claas Relotius die Medienwelt. Der ehemalige „Spiegel“-Redakteur fälschte oder dramatisierte über Jahre viele seiner Reportagen.

Mit seinen Geschichten täuschte er seine Vorgesetzten und faszinierte die Leser und Leserinnen seiner Geschichten. Das Medienmagazin „Zapp“ hat das Wirken des Redaktuers seit 2010 unter die Lupe genommen.

Neben dem Praktikum bei der „taz nord“ schrieb Relotius während seiner Tätigkeit über einhundert Reportagen, Portraits und Interviews. Zapp widmet sich heute Abend um 23.20 Uhr diesen Texten.

Nach der Überprüfung der Arbeiten Relotius wurde festgestellt, dass Relotius bei einem Viertel seiner Texte Details dramatisiert, erfunden oder größere Teile aus anderen Medien abgeschrieben hat. Und jede fünfte Geschichte wurde in wesentlichen Teilen frei erfunden.

Claas Relotius hat in Deutschland für die Nachrichtenagentur dpa, das Magazin „Cicero“, die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, die „Financial Times Deutschland“, das Magazin der „Süddeutschen Zeitung“, den „Tagesspiegel“, die „Welt“, die „Zeit“ und für den „Spiegel“ und „Spiegel Online“ geschrieben.

„Zapp“ setzt sich in der Sendung mit den wesentlichen Aussagen der „Spiegel“-Chefredaktion und installierten Prüfkommission auseinander. Das Magazin hat eine Gruppe von Journalistenschülern auf Auslandsrecherche begleitet und analysiert, wie sich Reportagen nach der Relotius-Affäre verändert hat.

Das Medienmagazin Zapp läuft heute Abend (29. Mai) um 23.30 Uhr im Norddeutschen Rundfunk (NDR). [jrk]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

2 Kommentare im Forum

  1. Das er seine Vorgesetzten zum Teil getäuscht hat, ist etwas am Thema vorbei. Er hat geliefert, was den Vorgesetzten gefallen hat und was diese hören wollten. Jetzt versucht der Spiegel es zu einer Relotius-Affäre umzudeuten. Es ist aber immer noch, vor allem eine Spiegel-Affäre.
  2. Dieses "Verfälschen" scheint beim Spiegel ja auf der Tagesordnung zu stehen. Die Aufklärer haben da ja nun auch andere Namen veröffentlicht. Es steckt also System dahinter, wenn Artikel im Sinne des Mainstreams "geschönt" werden.
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