ZDF hat kein Interesse an fusionierten Digitalkanälen

15
10
Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
Anzeige

Eine Reduzierung der insgesamt sechs öffentlich-rechtlichen Digitalkanäle wird es mit dem ZDF nicht geben. Die Mainzer lehnten die Vorschläge der ARD ab. Man könne allerdings durchaus verstehen, dass sich die ARD am Erfolg von ZDFneo und ZDFinfo beteiligen möchte.

Über Jahre hinweg gab es bei den Öffentlich-Rechtlichen stets nur einen Tenor, wenn es um die Zukunft der Digitalkanäle ging: Alles bleibt, wie es ist. Am Montagabend wagte die ARD nun einen Vorstoß und unterbreitete dem ZDF den Vorschlag, die insgesamt sechs Sender auf drei zu reduzieren, wobei je ein ARD- und ein ZDF-Kanal miteinander verschmelzen sollen. Die Mainzer halten von dieser Idee allerdings nichts und wies die entsprechenden Vorschläge am Montagabend zurück.

Es sei nachvollziehbar, „dass sich die ARD am Erfolg der ZDF Digitalkanäle ZDFneo und ZDFinfo beteiligen möchte, die beide mit 0,9 und 0,6 Prozent Marktanteil weit mehr Zuschauer erreichen als die Digitalableger der ARD“, so das ZDF. Man sehe aber keine Sparpotentiale in diesem Plan, sondern lediglich kompliziertere Strukturen. Mit der Einstellung von ZDFkultur habe das ZDF bewiesen, dass man bereit und dazu in der Lage ist, im eigenen Verbund Gelder einzusparen. Gleiches erwarten die Mainzer nun auch von der ARD.
 
Von einer Reduzierung der Digitalsender, auf denen die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt neue Formate sowie Moderatoren erprobt und das ZDF-Programmarchiv verwertet – bei der ARD übernehmen diese Aufgaben die Dritten -, hält das ZDF zwar nichts, regt im Gegenzug aber eine andere Aufgabenverteilung an. Man könne darüber nachdenken, die Zielgruppen unter den öffentlich-rechtlichen Anstalten aufzuteilen. Danach könnte die Zielgruppe der Jugendlichen mit einem Jugendkanal der ARD versorgt werden, während das ZDF mit den Informations- und Unterhaltungsangeboten in ZDFneo und ZDFinfo stärker die 30- bis 50-Jährigen adressiert.
 
Der Vorschlag der ARD hatte dagegen vorgesehen einen gemeinsamen Jugenkanal aus den Kanälen ZDFkultur und EinsPlus entstehen zu lassen, das Programm für jüngere Erwachsene (30 bis 49 Jahre) ausEinsFestival und ZDFneo. Letztlich könnte aus ZDFinfo und Tagesschau24ein gemeinsamer Infosender entstehen. [fm]

Bildquelle:

  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

15 Kommentare im Forum

  1. AW: ZDF hat kein Interesse an fusionierten Digitlkanälen Für mich können die sechs Kanäle ruhig weiter laufen. Wobei sich die einzelnen Programme besser ausbilden sollten. Eingestellt werden können meiner Meinung nach 'ZDF' und 'Das Erste'. Ein öffentlich-rechtliches RTL und Sat.1 braucht niemand.
  2. AW: ZDF hat kein Interesse an fusionierten Digitlkanälen Sehr gute Entscheidung vom ZDF. Sehe das genauso. Die ARD hat selber zuviele eigene und Regionale Sender welche man bündeln bzw. einsparen könnte und nur weil zdf_neo gut läuft will man ein Stück vom Kuchen abhaben und zugleich selber noch mitbestimmen. Nene!
  3. AW: ZDF hat kein Interesse an fusionierten Digitlkanälen Das ist doch Quatsch. Was heißt denn hier immer "gut läuft"? Ich dachte der ÖR solle abseits der Quote die Leute informieren können. Und nur bei den ganzen ÖR-Sendern ist wirklich für jeden etwas dabei (wer keinen TV hat hört Radio!). Das Erste und ZDF, die Quotentreiber der ÖR, hingegen sind nur ein teuer finanzierter Abklatsch der großen Privaten. Die können - aus meiner Sicht - ersatzlos gestrichen werden und mit dem freiwerdenden Budget die verbleibenden Programm ausgebaut und die Haushaltsabgabe gesenkt werden.
Alle Kommentare 15 im Forum anzeigen

Kommentieren Sie den Artikel im Forum