ZDF weist Kritik des VPRT zurück [Update: Stellungnahme N-TV]

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Das ZDF hat die Kritik des VPRT zurückgewiesen, wonach die Privatsender bei der Berichterstattung von der 150-Jahr-Feier der SPD benachteiligt seien. Im aktuellen Fall würde die Rundfunkanstalt die Kosten für die Übertragung allein tragen.

Das ZDF hat auf die Kritik des Verbandes Privater Rundfunk- und Telemedien (VPRT) bezüglich der fehlenden Chancengleichheit im dualen Rundfunksystem reagiert und diese zurückgewiesen. Demnach sei das Verfahren für die Übernahme des Signals von der 150-Jahr-Feier der SPD, die am heutigen Dienstag (23. Mai) in Leipzig stattfindet, zuvor in einem Vertrag zwischen der SPD und dem ZDF festgelegt worden.

Ausländische Fernsehanstalten hatten demnach die Möglichkeit zur zeitgleichen Ausstrahlung, inländische Sender, mit Ausnahme des Partnersenders, sind zu einer Ausstrahlung mit 15-minütiger Zeitverzögerung berechtigt. Die Gründe hierfür lägen laut ZDF beim Finanzierungsmodell für die Übertragung. Im Normalfall würden alle interessierten Sender nach einem festgelegten Schlüssel Geld und Produktionsmittel einsetzen, um das Event zu übertragen. Im aktuellen Falle trage das ZDF die Übertragungskosten jedoch ganz alleine und habe einer am Mittwoch geäußerten Bitte des Senders N-TV, das Signal kostenlos übertragen zu dürfen, daher nicht entsprechen können.
 
Der VPRT hatte zuvor die SPD kritisiert, weil diese die Live-Übertragungsrechte für die Berichterstattung von den 150-Jahr-Feierlichkeiten nur an die öffentlich-rechtlichen Sender ZDF und Phoenix vergeben hatte und die privaten Sender somit außen vor gelassen wurden.
 
Update:
Von N-TV erreichte die Redaktion folgende Stellungnahme, die der Darstellung des ZDF widerspricht.
 
„Wir haben die Sozialdemokraten nicht erst gestern auf die Ungleichbehandlung aufmerksam gemacht und auch schon vor zwei Wochen über die SPD mit dem ZDF das Gespräch gesucht, weil wir unseren Zuschauern den Festakt zum 150-jährigen Bestehen der SPD auch sehr gerne live gezeigt hätten. Bis zum gestrigen Nachmittag hat sich das ZDF aber nicht in der Lage gesehen, mit uns eine Lösung zu finden. Der Verweis auf die Kosten überrascht uns doch sehr. Wir wären da durchaus gesprächsbereit gewesen, zumal in Poolverfahren eine Kostenbeteiligung ja durchaus üblich ist. Eine finanzielle Forderung des ZDF ist aber weder in der Geschäftsführung noch in der Chefredaktion von N-TV bekannt.“
 
 
 [ps]

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16 Kommentare im Forum

  1. AW: ZDF weist Kritik des VPRT zurück [Update: Stellungnahme N-TV] es heißt widerspricht... und nicht wiederspricht.... man, man. Und ich muß mir jedesmal anhören, im Osten waren die Schulen besser
  2. AW: ZDF weist Kritik des VPRT zurück [Update: Stellungnahme N-TV] Das stimmt allerdings! Übrigens: Der Autor des Artikels kommt wahrscheinlich aus dem Westen! Noch eins: Ossis lesen diese Beiträge wegen des sachlichen Inhalts und haben keine Zeit für "Korrekturlesungen"!
  3. AW: ZDF weist Kritik des VPRT zurück [Update: Stellungnahme N-TV] So läuft nun einmal das Amigoprinzip. Die SPD erkauft sich wohlwollende Berichterstattung (gerade im BT-Wahljahr) mit solchen Exklusivverträgen und sorgt im Gegenzug dafür, dass solche Schweinereien wie die neuen Zwangsgebühr für den ÖR mit durchgewunken wurden. Nebenbei gibt es dann wieder gut bezahlte Pöstchen beim ÖR für die treuen Parteisoldaten - alles eine Familie, beinahe wie in Sizilien... Und dann wollen hier manche einem immer noch weiß machen, dass der ÖR "obkjektiv" und unabhängig (!!!) berichtet. Eine Hand wäscht die andere.
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