ZVEI: Kein Rückgang der Digitalhaushalte erkennbar

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) hat Anfang Dezember festgestellt, dass die Zahl digitaler TV-Haushalte zurückgegangen ist. DIGITAL FERNSEHEN sprach darüber mit Herbert Strobel, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Satellit und Kabel.

DIGITAL FERNSEHEN: Herr Strobel, waren es Anfang November noch 14,11 Millionen Haushalte, gibt die AGF mit Stichtag 1. Dezember 2009 nur noch 13,56 Millionen digitale TV-Haushalte an. Wie erklären Sie sich den Rückgang?
 
Herbert Strobel: Angesichts der Tatsache, dass sowohl bei digitalen Set-Top-Boxen als auch bei TV-Geräten mit integriertem digitalen Empfänger trotz der wirtschaftlich schwierigen Zeiten sehr hohe Absatz- und Umsatzzahlen verzeichnet werden, ist dieser Rückgang tatsächlich nur schwer nachzuvollziehen. Einzig der Absatz von DVB-T-Empfänger ist gesunken – hier setzen die Verbraucher allerdings als Ersatz auf den digitalen Empfang über Kabel und Satellit.

DF: Gehen Sie davon aus, dass es sich um einen einmaligen Rückgang handelt oder wird die Zahl der Digitalhaushalte in den nächsten Monaten weiter sinken?
 
Strobel: Alleine im Zeitraum Januar bis September 2009 wurden knapp 2,4 Millionen digitale Receiver inklusive HDTV-Boxen verkauft. Wir gehen davon aus, dass die Marktzahlen für das vierte Quartal 2009 den positiven Trend eher noch verstärken. Auch Fernsehgeräte mit integrierten HDTV-Tunern erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Mit dem wachsenden Angebot an hochauflösenden TV-Inhalten gerade auch durch den Start des HD-Regelbetriebs von ARD und ZDF Anfang 2010 gehen wir von einer weiteren deutlichen Nachfragesteigerung aus.
Allerdings vollzieht sich der Wechsel zur digitalen Technik nicht auf allen Übertragungswegen in gleichem Tempo. So hat das Kabel alsdie meistgenutzte Infrastruktur in Deutschland im Vergleich zum Satelliten bisher noch einen geringen Digitalisierungsgrad, holt aber stark auf.
 
DF: Wie will der ZVEI einem weiteren Rückgang entgegenwirken?
 
Strobel: Wir gehen nicht von einem Rückgang aus. Vielmehr sehen wir den Digitalisierungsprozess, getrieben durch HDTV, im deutschsprachigen Raum in vollem Gang. Und mit dem kommunizierten Termin von ARD und ZDF für die Analogabschaltung ihrer Satellitenübertragung zum 30. April 2012 ein weiterer wichtiger Impuls gegeben.
Nicht nur in diesem Zusammenhang informieren alle an der Wertschöpfungskette Beteiligten in Digitalisierungskampagnen, so auch die ZVEI-Fachverbände Consumer Electronics und Satellit & Kabel. Im Netzwerk mit unseren Partnern leisten wir Aufklärungsarbeit rund um das digitale Fernsehen und HDTV.
Beispielhaft möchten wir auf den Einkaufsberater HDTV verweisen, einem Gemeinschaftsprojekt des Bundesverbands Technik des Einzelhandels (BVT), der Deutschen TV-Plattform, der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (GFU), der Arbeitsgemeinschaft Satellitenempfang (AG SAT) und des ZVEI.
 
DF: Vielen Dank für das Interview. [fp]

Das Interview gibt die Meinung des Interviewpartners wieder. Diese muss nicht der Meinung des Verlages entsprechen. Für die Aussagen des Interviewpartners wird keine Haftung übernommen.

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6 Kommentare im Forum

  1. AW: ZVEI: Kein Rückgang der Digitalhaushalte erkennbar Diese Statistik ist "hirnrissig" hoch 3 ! Wie kann der Haushaltsanteil zurück gehen, wenn allein in 9 Monaten über 2,4 mill. Geräte neu verkauft worden sind? Haben da fast 3 mill. Haushalte ihre Geräte in "die tonne gekloppt" ? ...oder verstehe ich am frühen morgen wieder einmal Bahnhof????
  2. AW: ZVEI: Kein Rückgang der Digitalhaushalte erkennbar Der Antwortet auf die Fragen gar nicht. Was das für ein Interview.
  3. AW: ZVEI: Kein Rückgang der Digitalhaushalte erkennbar Es ist enttäuschend, dass in fast keinem Interview darauf eingegangen wird, dass die Verschlüsselung der Privatsender im Kabelnetz die Ursache für die mangelnde oder zurückgehende Digitalisierung ist. Auch von Seiten „digitalfernsehen“ wird das Problem nur sehr stiefmütterlich behandelt, getreu dem Motto: Die Hand die einen Fütter beißt man nicht. (-> siehe Werbekunden in Zeitschrift und auf Homepage) Das Problem lässt sich mit einfach klaren politischen Vorgaben lösen. „Wer unverschlüsselt über Satellit sendet, muss auch unverschlüsselt über Kabel zu empfangen sein.“ Alles andere ist Betrug bzw. Selbstbetrug und führt zu überflüssigen Interwies.
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